«Emma» bekommt neue Chefredakteurin
07. Dez 2007 15:22
 |  Lisa Ortgies: Blond, verheiratet, Mutter | Foto: dpa |
|
Alice Schwarzer hat einen Tag nach ihrer Abschiedsankündigung auch das Rätsel um ihre Nachfolgerin gelöst: Lisa Ortgies ist die blonde, verheiratete Mutter, die Fernsehen und Print macht - und bald die «Emma».
Alice Schwarzer will nicht länger Chefredakteurin der von ihr gegründeten Frauenzeitschrift «Emma» sein. Die Feministin kündigte ihren Rücktritt in der ZDF-Sendung «Johannes B. Kerner» vom Donnerstag an. Einen Tag nach der Sendung gab die Zeitschrift den Namen der Schwarzer-Nachfolgerin bekannt: Sie heißt Lisa Ortgies.
In der Sendung hatte Schwarzer noch rätseln lassen: Ihre Nachfolgerin stehe schon fest, sagte Schwarzer dem Moderator. Den Namen der neuen Redaktionsleiterin verriet sie aber nicht. «Es ist eine jüngere Frau, klar, sie hat kleine Kinder, sie ist verheiratet», sagte Schwarzer, um dann noch weitere Hinweise zu geben. «Sie macht Fernsehen und Print.» Diese werde aber Anfang nächsten Jahres, spätestens im Frühling, anfangen.
Mit der Erfahrung der Töchter der Emanzipation
Auf Nachfragen hatte Schwarzer in der Sendung weitere Charakteristika der neuen «Emma»-Chefredakteurin genannt: «Sie ist auch blond, sie ist eine sehr lebendige tolle, temperamentvolle Person. Die neue Chefredakteurin werde «die Erfahrungen der Mehrheit der Töchter der Emanzipation» bei der Zeitschrift einbringen. Diese Emanzipationskinder seien dadurch gekennzeichnet, dass sie sagen: «Ich will eine Leidenschaft für den Beruf haben, ich will aber auch Kinder haben und so weiter.«Lisa Ortgies hat die renommierte Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg absolviert und arbeitet zurzeit als Autorin und Moderatorin im WDR. Ihre Sendung heißt «frau tv» und läuft mittwochs um 22 Uhr im Dritten Programm. Das Magazin wird auch im Dritten Programm des Hessischen Rundfunks wiederholt. Ihre Tochter ist fünf Jahre alt, ihr Sohn ein Jahr.
Ankündigung der Ankündigung des Abschieds
Schwarzer selbst will sich zwar nicht ganz zurückziehen, sie hätte aber gerne etwas mehr Zeit zum Bücherschreiben. Der 65. Geburtstag am 3.Dezember sei für sie als selbständige Verlegerin im Gegensatz zu einem Angestellten kein so dramatische Einschnitt. Sie müsse ja nicht in den Ruhestand gehen und sie sei ja auch weit entfernt davon, sich zurückzuziehen. Schwarzer gründete ihre feministische Frauenzeitschrift 1977. Immer wieder gelang es ihr, Debatten über die Emanzipation anzustoßen. Zu den umstrittensten Themen gehört bis heute die Anti-Porno-Kampagne und ihre Auffassung, dass das Kopftuch von Musliminnen ein politisches Symbol sei. (nz/dpa/AP)