netzeitung.deKritik an Interview-Honorar für Landrätin Pauli

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Gabriele Pauli (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Gabriele Pauli
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Hat CSU-Landrätin Pauli ihren Austritt aus der eigenen Partei gewinnbringend vermarktet? Der Deutsche Journalistenverband kritisierte bereits «Scheckbuchjournalismus».

Wegen einer Fotostrecke im Magazin «Park Avenue» geriet Politikerin Gabriele Pauli erstmals massiv in die Kritik. Nun sorgte die Konkurrenz von «Vanity Fair» für einen neuen Skandal um die Fürther Landrätin: Die hatte in einem Interview mit dem Blatt ihren Austritt aus der CSU bekannt gegeben, und für diese Exklusivgeschichte offenbar ein Honorar erhalten.

Zumindestens indirekt bestätigte Pauli dies selbst auf ihrer Website. Unter der Überschrift «Neue Ideen brauchen Unterstützung» schrieb Pauli dort: «Viele Medien haben damit Millionenumsätze gemacht, meine politischen und privaten Handlungen und Meinungen darzustellen und zu kommentieren, mich 'rauf' und dann wieder 'runter' zu schreiben. Um meine politische Arbeit fortsetzen zu können, ist es legitim, von denjenigen, die von meinem Engagement profitieren, einen Teil zu verlangen.» Ihre Austrittserklärung war am vergangenen Mittwoch in der CSU-Zentrale eingegangen.

Honorare für Exklusivinterviews wurden unterdessen vom Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) kritisiert. «Das ist Scheckbuchjournalismus, den wir rundweg ablehnen», so Sprecher Hendrik Zörner zur Nachrichtenagentur dpa. Pauli habe als Landrätin ein bezahltes Amt und sei nicht darauf angewiesen, zusätzlich Geld zu verdienen.

Die Fürther SPD-Kreistagsfraktion bezweifelte bereits, dass Pauli ihre Aufgaben als Landrätin noch vollständig erfüllen könne.

Der «Spiegel» hatte die Geschichte angestoßen, in dem er Pauli mit den Worten zitiert, sie habe ihren ursprünglich einige Tage früher geplanten Austritt gegen ein unwiderstehliches finanzielles Angebot verschoben. Die Zeitschrift «Vanity Fair» erscheint donnerstags. (nz)