netzeitung.deSWR kritisiert Schmidt und Pocher für Nazi-Worte

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In dieser Sendung wurden Nazi-Begriffe verwandt (Foto: WDR/ARD/Görgen<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe In dieser Sendung wurden Nazi-Begriffe verwandt
Foto: WDR/ARD/Görgen
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen dürfe es «sowas nicht geben», sagt SWR-Intendant Boudgoust. Die Moderatoren Schmidt und Pocher hätten nicht mit Begriffen aus der Nazi-Zeit spaßen dürfen.

Nachdem sie in ihrer ersten Sendung Begriffe aus der Nazi-Zeit verwendeten, haben Harald Schmidt und sein neuer Partner Oliver Pocher nun Ärger mit dem Südwestrundfunk (SWR). Wie die «Stuttgarter Nachrichten» berichteten, kritisierte Senderchef Peter Boudgoust: «Ein solches lustvolles Überschreiten von Grenzen darf es im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nicht geben.»

Die Äußerung fiel in einer Sitzung des Landesrundfunkrates am Donnerstag, wie der Sender auf AP-Anfrage sagte. In Anlehnung an den Aufsehen erregenden Auftritt der ehemaligen «Tagesschau»-Sprecherin Eva Herman im ZDF hatten Schmidt und Pocher mit Hilfe eines so genannten «Nazometers» getestet, welche Begriffe vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte belastet sind. Dabei berichtete Pocher, er habe zuhause «einen Gasherd», wenig später sprach er vom «Duschen». In beiden Fällen schlug das Gerät heftig aus.

Laut «Stuttgarter Nachrichten» protestierte die Israelitische Religionsgemeinschaft gegen den Vorgang. «Das muss Folgen haben und darf nicht mehr vorkommen», wurde deren Vertreter Majid Khoshlessan zitiert. Es sei nicht hinnehmbar, dass ein gebührenfinanzierter Sender auf diese Weise mit der Naziideologie seine Späße mache.

Weiter hieß es in dem Bericht, der Landesrundfunkrat des SWR habe Khoshlessan seine Unterstützung zugesagt und Intendant Boudgoust beauftragt, den Vorfall bei der Intendanten-Tagung am 19. und 20. November in Bremen zur Sprache zu bringen. «Wir müssen das thematisieren. Eine solche Überschreitung der Grenzen will ich kein zweites Mal erleben», wurde Boudgoust weiter zitiert. Die Darbietung sei eine Geschmacklosigkeit gewesen. (AP)