26. Okt 2007 20:34
Die Privatsender überlegen, ob sie künftig einen Anteil aus den Rundfunkgebühren fordern sollen. In der Schweiz sei dies schließlich auch so, argumentieren sie.
VPRT-Vizepräsident Tobias Schmid ergänzte, «Public Value» sei kein alleiniges Privileg von ARD und ZDF. Auch Privatfernsehen trage zur gesellschaftlichen Vielfalt bei. Deshalb müsse man «über Gegenleistungen sprechen, um eine kluge Balance von Rechten und Pflichten zu wahren», so Schmid auf der Mitgliederversammlung des Verbands, die am Freitag zu Ende ging. Als «komplett überflüssig» bezeichneten Schmid und Doetz Debatten über eine Beteiligungsgrenze für ausländische Investoren oder über Quoten für deutsche Serien. Doetz sieht das Rundfunksystem in Deutschland vor seiner «größten Bewährungsprobe seit dem Start des privaten Rundfunks vor 24 Jahren». Er zeigte sich verhalten optimistisch, dass die «Neujustierung des dualen Systems», die mit dem Übergang von der analogen zur digitalen Übertragungstechnik verbunden sei, gelingen werde. Der VPRT und seine Mitglieder seien bereit, Vorschläge zum Erhalt und zum Ausbau der Vielfalt zu machen. Ein Brief an alle Ministerpräsidenten formuliere Grundsatzfragen, etwa welche Anforderungen die Gesellschaft an öffentlich-rechtliche und private Rundfunkunternehmen stelle und welche Rechte diese dafür erhalten sollten. «Nun liegt aber der Ball bei der Politik», sagte Doetz.
Zugleich forderte der VPRT-Chef, die Medienpolitik müsse verhindern, dass durch «die derzeitige Expansion von ARD und ZDF» im Internet und bei neuen Digitalsendern vorzeitig neue Fakten geschaffen würden. Klare Regeln müssten dafür im 10. und im 11. Rundfunkstaatsvertrag festgeschrieben werden. Allerdings, so Doetz, gebe es auch «mehrere Bereiche der Kooperation von öffentlich-rechtlichem und kommerziellem Rundfunk», die weiterhin ausgelotet werden sollen. Dazu zähle das gemeinsame Ringen um Frequenzen im Wettbewerb mit Telekommunikations- und Internetunternehmen. (nz/dpa)