22. Okt 2007 16:45
Medienunternehmer Kirch soll auch Geld für Fußballrechte im Hörfunk einziehen. Bislang zahlen private Radiosender unter Vorbehalt geringe Gebühren an die DFL.
Der Bundesgerichtshof hatte 2005 entschieden, dass Fußballvereine besondere Entgelte von Rundfunkanbietern verlangen dürfen, die im Radio Live-Berichte aus den Stadien senden. Das Hausrecht der Vereine bilde eine ausreichende Grundlage dafür, den Zutritt von Hörfunk-Journalisten ins Stadion von diesen Zahlungen abhängig zu machen, hieß es zur Begründung. Zuvor hatte der Privatsender Radio Hamburg stellvertretend für den privaten Rundfunk gegen die DFL und die Fußballvereine Hamburger SV und FC St. Pauli prozessiert.Radio Hamburg hat eine Verfassungsbeschwerde gegen das BGH-Urteil eingereicht. Der Sender argumentiert, die Fußball-Berichterstattung im Hörfunk sei allein eine schöpferische Leistung des Reporters. Somit seien, anders als bei Fernsehberichten, keine Lizenzgebühren fällig.
Die DFL hatte am 9. Oktober beschlossen, Kirch mit der Vergabe der Bundesliga-Rechte von 2009 bis 2015 zu betrauen. Kirch garantiert der Liga pro Jahr Einnahmen von 500 Millionen Euro. Das Unternehmen Sirius und die DFL planen zudem einen neuen Bundesliga-Fernsehsender, der ab 2009 alle Partien der ersten und zweiten Fußball-Liga sowie Konferenzschaltungen zeigen soll. (epd)