Mahnwache für Contergan-Opfer
01.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Nach dem Skandal hatte Grünenthal sich verpflichtet, gut 100 Millionen Mark (rund 51,13 Millionen Euro) zur Entschädigung bereitzustellen. Betroffenen erhalten heute monatliche Renten bis zu 545 Euro. Dies reiche jedoch angesichts der schweren Folgen nicht aus. «Jetzt erwarten wir ein besseres Angebot.»
Contergan mit dem Wirkstoff Thalidomid wurde ab 1. Oktober 1957 rezeptfrei verkauft und als hochwirksames Schlafmittel angepriesen. Anfang 1960 fiel auf, dass immer häufiger Kinder mit missgebildeten inneren Organen und Gliedmaßen geboren wurden. Hersteller Grünenthal nahm das Medikament im November 1961 vom Markt. Bis dahin kamen in Deutschland etwa 5000 teilweise schwer missgebildete Kinder zur Welt - rund 2800 von ihnen leben noch.
Für Aufregung sorgt bis heute ein Spielfilm des WDR mit dem Titel «Eine einzige Tablette», der monatelang die Gerichte beschäftigte. Grünenthal und ein Anwalt, an dessen Lebensgeschichte sich der Film orientiert, hatten zahlreiche Stellen des Drehbuchs kritisiert und auf eine angebliche Verdrehung historischer Tatsachen und Verletzung der Persönlichkeitsrechte verwiesen. Das Bundesverfassungsgericht gab in einer Eilentscheidung den Film frei. Er soll im November gezeigt werden. (AP)

