01. Okt 2007 16:16
Vor dem Pharmaunternehmen Grünenthal haben Contergan-Geschädigte 50 Jahre nach dem Arzneimittel- Skandal Kränze für die Opfer niedergelegt. Sie fordern weitergehende Entschädigungen.
Man wolle darauf hinweisen, dass die Geschädigten noch nicht gerecht abgefunden seien, sagte der Vorsitzende des Bundes Contergangeschädigter und Grünenthalopfer (BCG), Andreas Meyer. Der BCG fordert von dem Unternehmen einen Schadensausgleich in Milliardenhöhe für die noch lebenden deutschen Contergan-Opfer. Nach dem Skandal hatte Grünenthal sich verpflichtet, gut 100 Millionen Mark (rund 51,13 Millionen Euro) zur Entschädigung bereitzustellen. Betroffenen erhalten heute monatliche Renten bis zu 545 Euro. Dies reiche jedoch angesichts der schweren Folgen nicht aus. «Jetzt erwarten wir ein besseres Angebot.»
Contergan mit dem Wirkstoff Thalidomid wurde ab 1. Oktober 1957 rezeptfrei verkauft und als hochwirksames Schlafmittel angepriesen. Anfang 1960 fiel auf, dass immer häufiger Kinder mit missgebildeten inneren Organen und Gliedmaßen geboren wurden. Hersteller Grünenthal nahm das Medikament im November 1961 vom Markt. Bis dahin kamen in Deutschland etwa 5000 teilweise schwer missgebildete Kinder zur Welt - rund 2800 von ihnen leben noch.