28.09.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Eva Herman
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die frühere Tagesschau-Sprecherin Eva Herman will sich ihren Rauswurf beim Norddeutschen Rundfunk nicht gefallen lassen. Sie sieht sich als Opfer «böswilliger Unterstellungen».
Die Buch-Autorin und Moderatorin Eva Herman erwägt, ihren früheren Arbeitgeber zu verklagen. Sie denke darüber nach, juristisch gegen den Norddeutschen Rundfunk (NDR) vorzugehen, sagte die frühere Tagesschau-Sprecherin der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung». «Die kompromisslose Entscheidung des NDR, sich von mir zu trennen, hat mir enorm geschadet.»
Im Internetmagazin «V.i.S.d.P.» meinte Herman gar: «Berufsverbot ist eine altbekannte Methode, um jemanden kaltzustellen. Aber alle, die sich jetzt freuen, dass ich mundtot gemacht werde, die muss ich enttäuschen.» Zurzeit fehle ihr jedoch «jeglicher Antrieb, wieder vor eine Kamera treten zu müssen».
Herman sieht sich als Opfer «böswilliger Unterstellungen». Die «linke und feministische Szene» habe sie unter Generalverdacht gestellt und «in die rechte Ecke geschoben», meinte sie. «Ich fühle mich nicht nur falsch interpretiert, sondern ich wurde eindeutig falsch zitiert.» Die Berichterstattung über sie bezeichnete Herman als «vorsätzliches Liquidieren durch eine zum Teil gleichgeschaltete Presse».
Herman war wegen ihrer Äußerungen über die Familienpolitik der Nazi-Zeit in die Kritik geraten.
Über ihren Nachfolger beim NDR Yared Dibaba an der Seite von Talkkollegin Bettina Tietjen sagte sie dem Blatt: «Ich habe ihn noch nie gesehen.» Momentan verbringe sie viel Zeit mit ihrer Familie sowie in diversen Anwaltskanzleien. «Und ansonsten bin ich zu Hause, koche und backe Apfelkuchen, wie immer.»
Von Tietjen, die sich von ihren Äußerungen distanziert hatte, zeigte sich Herman in «V.i.S.d.P.» enttäuscht: «Meine Mutter hat in diesem Zusammenhang zu mir gesagt: Kind, jeder Mensch muss im Laufe seines Lebens derartige Erfahrungen machen, damit er Menschen kennenlernt.»
Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hatte die Zusammenarbeit mit der in vierter Ehe verheirateten Moderatorin beendet, nachdem sie sich bei der Vorstellung ihres Buches «Das Prinzip Arche Noah. Warum wir die Familie retten müssen» über familiäre Werte und Nationalsozialismus geäußert hatte. (nz/dpa)