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Eva Hermans Nazi-Vergleich «etwas dümmlich»

10. Sep 2007 13:11
Eva Herman
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Ihre Talk-Kollegin ist enttäuscht, die SPD zufrieden - und der Verlag warnt vor der Vorverurteilung seiner Autorin: Eva Hermans Bemerkungen zur Familienpolitik der Nazis sorgen für Wirbel.

Der Pendo-Verlag bedauert die «Missverständnisse» wegen der umstrittenen Äußerungen seiner Autorin Eva Herman zur NS-Familienpolitik. Es sei nie die Absicht des Verlages oder der Autorin gewesen, «in irgendeiner Weise die Ideologie des Nazi-Regimes zu verharmlosen oder sogar gutzuheißen», hieß es am Montag in einer Stellungnahme.

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Schlagzeilen wie «Eva Herman lobt Hitlers Familienpolitik» seien daher irreführend. Die Kritiker sollten sich mit den Inhalten des Buchs differenziert auseinander setzen, «statt bei Vorverurteilungen stehen zu bleiben», hieß es.

Die 48-jährige Journalistin hatte bei der Vorstellung ihres neuen Buchs «Das Prinzip Arche Noah. Warum wir die Familie retten müssen» die «Wertschätzung» von Familie und Kindern unter den Nationalsozialisten als «gut», Adolf Hitler hingegen als «schlimm» bezeichnet. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hatte sich daraufhin am Wochenende mit sofortiger Wirkung von der Moderatorin und früheren «Tagesschau»-Sprecherin getrennt.

Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, der Hamburger Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs, begrüßte dies. «Die Entscheidung war richtig, und sie war überfällig», sagte Kahrs im Gespräch mit Netzeitung.de. Herman sei «kein großer Verlust». Sie habe wenig Inhaltliches beizutragen. Vielmehr habe sie sich «nur darum gekümmert, die Auflage ihrer Bücher in die Höhe zu treiben». Kahrs: «Damit möge sie uns künftig nicht mehr behelligen.»

Harsche Kritik äußerte Kahrs an Hermans Bemerkungen zur Familienpolitik der Nationalsozialisten: «Alles etwas dümmlich und nicht zielführend.»

Nachfolger gefunden?

Moderatorin Bettina Tietjen trifft der Nazi-Vergleich ihrer Talk-Kollegin hart: «Ich bin einfach total traurig und enttäuscht», wird die 47-Jährige in der «Hamburger Morgenpost» zitiert: «Wir hatten Eva schon mehrfach gewarnt, dass sie sich solche Äußerungen als gesellschaftspolitisch ausgewogene Moderatorin nicht erlauben darf.» Tietjen ist seit 1997 Co-Moderatorin der NDR-Sendung «Herman und Tietjen».

Nach dem Rauswurf von Moderatorin Herman soll angeblich Steffen Hallaschka in der Talkshow an diesem Freitagabend einspringen. Die «Süddeutsche Zeitung» berichtete am Montag, der 36-Jährige Moderator, der für mehrere dritte Programme arbeitete und derzeit das NDR-Magazin «Markt» moderiert, werde kurzfristig an der Seite von Tietjen durch die Sendung führen. Der NDR wollte auf Anfrage die Personalie nicht bestätigen. Das Format werde aber weiter produziert, «allerdings nicht unter dem bisherigen Namen», sagte NDR-Sprecher Martin Gartzke. Es werde auf alle Fälle auch in Zukunft eine Talk-Show aus Hannover geben. (nz)

 
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