03. Sep 2007 18:33
Sabine Christiansen wurde vorgeworfen, beim Phrasendreschen von Politikern nicht nachzuhaken - ihre Nachfolgerin will hart bleiben. Ihr Traumgast wird aber wohl nicht zu Anne Will ins Studio kommen.
«Anne Will» geht am 16. September in der ARD auf Sendung – an dem angestammten Sendeplatz am Sonntagabend nach dem «Tatort». Traumgast in der Sendung wäre für Will Papst Benedikt XVI. Das werde aber wohl ein Wunsch bleiben, sagte sie. Am spannendsten fände die Journalistin ein Streitgespräch zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin: «Zum Thema Demokratie-Verständnis – ein Traum.»Will hätte auch nichts gegen Günther Jauch als Talkgast, der sich zunächst zur Nachfolge von Sabine Christiansen bereit erklärt hatte. «Ich würde mich freuen. Er ist ein guter Gast, absolut», sagte Will am Montag bei der Aufzeichnung der Talkshow «Beckmann». Die Sendung sollte am Montagabend um 22.45 Uhr ausgestrahlt werden.
Will weiß nach eigenen Worten um die hohe Erwartungshaltung und den Quotendruck: «Der Sendeplatz ist großartig», sagte sie. Wenn die Einschaltquoten allerdings unter dem Niveau von Christiansen lägen, «dann müsste ich nachdenken, ob wir einen Fehler machen. Das würde uns alle, auch die Redaktion, frustrieren.»
Trotz ihrer prominenten Rolle als Polit-Talkerin sieht sich Will auch künftig nicht als Teil der Berliner Politik. Gemein machen möchte sie sich nicht. «Grundsätzlich muss gelten, Distanz zu halten.» Es gehe aber nicht darum, mit der Tarnkappe durch Berlin zu laufen. Die ARD-Talkshow wird von der Will Media GmbH unter redaktioneller Führung des NDR in Berlin produziert. Die gebürtige Kölnerin Will hatte von 2001 bis Juni 2007 im Wechsel mit Ulrich Wickert und Tom Buhrow die «Tagesthemen» moderiert. (AP/ddp)