Berichte über Elterngeld kamen aus Ministerium
28.08.2007
Herausgeber: netzeitung.de
In diesem Betrag sind nach Angaben des Ministeriums Anzeigen, Plakate und die Produktion der Radiobeiträge enthalten gewesen. Zusätzlich seien 780.000 Euro für «Infopakete» aufgewendet worden, die eine Agentur Redaktionen von Zeitungen und Zeitschriften angeboten habe, sagte ein Ministeriumssprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur epd.
Die Hörfunkberichte seien von der Radio-PR-Agentur Schlenker Public Relations mit Kommentartext, Original-Tönen von Betroffenen und einem Statement der Ministerin produziert worden, berichtete «Report Mainz». Nach Angaben der Agentur seien diese Beiträge über 300 Mal ausgestrahlt worden und hätten so 55 Millionen Hörer erreicht.
Agenturinhaber Rupert Ahrens sagte dem epd, es sei «Unsinn» zu behaupten, die Leser und Hörer würden getäuscht. Den Redaktionen jedenfalls sei bekannt, dass das Ministerium der Absender der angebotenen Infotexte sei. Es liege ganz in deren Verantwortung, die Texte nicht zu verwenden, sie zu drucken oder aber auch mit einem kritischen Kommentar zu versehen. Für den Agenturkunden Bundesfamilienministerium sei es bei dieser PR-Aktion darum gegangen, in kurzer Zeit möglichst vielen Menschen das zum 1. Januar eingeführte Elterngeld bekannt zu machen.
Der Deutsche Journalisten-Verband erinnerte am Dienstag an die Verantwortung der Redaktionen. «Journalisten, die PR-Beiträge ungeprüft in ihrem Programm ausstrahlen oder in ihren Zeitungen veröffentlichen, verstoßen gegen grundlegende Prinzipien unseres Berufsstandes und setzen die Glaubwürdigkeit ihres Mediums aufs Spiel», sagte der Bundesvorsitzende Michael Konken. (epd)

