24.08.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Beiträge ins Internet zu stellen, kann in China schnell gefährlich werden
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Er kritisierte die hohen Fleischpreise in China und sagte der Kommunistischen Partei den Untergang voraus: Wegen kritischer Beiträge im Netz wurde der chinesische Dissident He weggesperrt.
Der chinesische Internet-Dissident und Blogger, He Weihua, ist in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen worden. Die Organisation «Reporter ohne Grenzen» protestierte am Freitag dagegen. Die Einweisung hatte nach Angaben von Verwandten in der Provinz Hunan seine regimekritischen Beiträge in Internet-Foren als Hintergrund.
«Es kann nicht hingenommen werden, dass die chinesischen Behörden solche Methoden benutzen, um Bürger zum Schweigen zu bringen, die lediglich friedlich ihre Ansichten geäußert haben», teilte die Organisation mit. Offenbar hätten die Behörden die Praxis nicht aufgegeben, jene, die Machtmissbrauch enthüllten und sich über Zensur hinwegsetzten, zur Strafe zwangsweise in Anstalten einzuweisen.
He Weihua sei vorgeladen und Anfang des Monats festgenommen worden, nachdem er in einem Internetartikel im Juli nicht nur den Anstieg der Schweinefleischpreise in China kritisiert, sondern auch den Zusammenbruch der Kommunistischen Partei wegen Korruption vorhergesagt hatte. Ein Verwandter berichtete, He Weihua leide keineswegs an geistiger Schwäche.
Er habe eine große Zahl von Artikeln über Menschenrechte für die in China von der Zensur gesperrte regimekritische Website Boxun (www.boxun.us) geschrieben. Schon im Dezember 2004 war He Weihua in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen worden, wie «Reporter ohne Grenzen» berichtete. 2006 sei er beinahe von einem Motorrad überrollt worden, dessen Fahrer ihn aufgefordert habe, seine Menschenrechtsaktivitäten einzustellen.
Internetzensur und mangelnde Pressefreiheit in China gehören auch zu den Themen von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Besuch am Montag und Dienstag in Peking. Neben den offiziellen Gesprächen ist ein Treffen mit Journalisten geplant. (dpa)