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Privatradios fürchten Audio-Webstreams der ARD

10. Aug 2007 14:25
Furcht vor der Konkurrenz aus dem Äther: Radios
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Wie viel Internet-Angebot darf ein ARD-Sender machen? Da nun auch der Saarländische Rundfunk Inhalte zum Mithören im Web anbietet, wurden die Privatradiosender unruhig und beschwerten sich.

Der Saarländische Rundfunk (SR) hat Kritik an seinen geplanten sieben Radioprogrammen im Internet zurückgewiesen. Der SR will ab 13. August im Web sieben Spartenprogramme mit jeweils anderer Musikrichtung zum Hören anbieten - darunter Jazz, Schlager und Black Music. Die Inhalte würden computergestützt aus vorhandenem, über UKW-Wellen schon gesendetem Programmvermögen zusammengesetzt, sagte ein Sendersprecher. Die Herstellung bleibe weitgehend kostenneutral.

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Die so genannten Webchannels seien reine Datenströme zum Hören, wie es sie im Internet millionenfach gebe, so ein Sendersprecher. Weil sie nicht über UKW- oder DAB-Sender Verbreitung fänden, seien sie rundfunkrechtlich unbedenklich.

Die Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk hatte das Projekt der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt als «gezielte Umgehung» des Rundfunkstaatsvertrags kritisiert, da darin die Zahl der erlaubten analogen und digitalen Hörfunkprogramme festgeschrieben sei. Der SR überschreite durch seine Angebote die «klare Begrenzung». Zu befürchten sei ein «gebührenfinanzierter Verdrängungswettbewerb» zu Lasten von Privatradios.

Senden nicht beabsichtigt

Was nicht nur den SR verwundert, ist, dass andere ARD-Sender schon seit längerem Radioinhalte über Internet anbieten. Die kommenden SR-Angebote mitgerechnet verbreiten ARD-Sender demnächst 33 Webchannels über das Internet. Der Sender zeigte sich «erstaunt» über die Kritik der Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk, die von Unkenntnis zeuge.

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Felix Kovac, befürchtet für den privaten Rundfunk, der SR könnte die Webchannels später zu «professionellen Spartenprogrammen» ausbauen und dann auch über Antennenfunk ausstrahlen. SR-Hörfunkdirektor Frank Johannsen dementierte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur epd. «Das ist nicht beabsichtigt.»

Der Interessenverband der Privatradios hat sich bei der saarländischen Staatskanzlei als Rechtsaufsicht über den SR beschwert. Kovac erinnerte daran, dass die Bundesländer kürzlich auch dem Deutschlandradio die DAB-Welle D-Plus untersagt hätten, weil das Zusatzprogramm gegen die festgelegte Programmoberzahl verstoßen habe. Die Staatskanzlei erklärte nach einer ersten vorläufigen Prüfung, bei den Webchannels werde es sich offenbar um «programmbegleitende Mediendienste» handeln, die insofern rechtlich zulässig seien. (epd)

 
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