Was nicht nur den SR verwundert, ist, dass andere ARD-Sender schon seit längerem Radioinhalte über Internet anbieten. Die kommenden SR-Angebote mitgerechnet verbreiten ARD-Sender demnächst 33 Webchannels über das Internet. Der Sender zeigte sich «erstaunt» über die Kritik der Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk, die von Unkenntnis zeuge. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Felix Kovac, befürchtet für den privaten Rundfunk, der SR könnte die Webchannels später zu «professionellen Spartenprogrammen» ausbauen und dann auch über Antennenfunk ausstrahlen. SR-Hörfunkdirektor Frank Johannsen dementierte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur epd. «Das ist nicht beabsichtigt.»
Der Interessenverband der Privatradios hat sich bei der saarländischen Staatskanzlei als Rechtsaufsicht über den SR beschwert. Kovac erinnerte daran, dass die Bundesländer kürzlich auch dem Deutschlandradio die DAB-Welle D-Plus untersagt hätten, weil das Zusatzprogramm gegen die festgelegte Programmoberzahl verstoßen habe. Die Staatskanzlei erklärte nach einer ersten vorläufigen Prüfung, bei den Webchannels werde es sich offenbar um «programmbegleitende Mediendienste» handeln, die insofern rechtlich zulässig seien. (epd)