10. Aug 2007 13:08
Die ARD hat ungehalten auf die geplante Entstaubungs-Offensive des ZDF reagiert. Der Westdeutsche Rundfunk hält das Vorhaben für einen «unfreundlichen Akt».
ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut hatte zuvor angekündigt, am Mittwochabend von Januar 2008 an eigenproduzierte Filme und Lizenzware ins Programm zu nehmen, die in direkter Konkurrenz zu oftmals schwierigeren Stoffen stehen, die die ARD am Mittwoch zeigt. «Es ist ein unfreundlicher Akt, leichte Filme gegen sperrige Filme zu programmieren, denn auf diese Weise wird viel Geld vergeudet», sagte Kulenkampff.Beobachter vermuten hinter dieser ZDF-Planung die Absicht, von vornherein der ARD mittwochs ab 20.15 Uhr viele Zuschauer abzunehmen, damit hinterher um 21.45 Uhr in der ARD wenige Menschen den neuen Polittalk mit Frank Plasberg («Hart aber fair») sehen. Es sei fraglich, ob das ZDF es auf diese Weise erreiche, Plasbergs Talk zu schwächen, meinte Kulenkampff.
Das ZDF will sein Programm überarbeiten, um nicht noch mehr jüngere Zuschauer unter 50 Jahren zu verlieren. Gegenwärtig liegt das ZDF nach Marktanteilen in der Zuschauerschaft der 14- bis 49-Jährigen im Monat August nicht nur hinter den größeren Privatsendern RTL, Sat1 und ProSieben, sondern auch schon hinter Vox, RTL II und Kabel 1. (dpa)