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ZDF plant Entstaubungs-Offensive

09. Aug 2007 11:37
ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut
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Programmdirektor Bellut spricht von einer «Belebung» des Abendprogramms. Tatsächlich will das ZDF schon bald sein eingestaubtes Image loswerden - mit umfassenden Änderungen.

Die öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten haben ein Problem: Immer weniger jüngere Zuschauer schalten ARD und ZDF ein. Besonders das ZDF hat hier in den vergangenen Jahren deutliche Verluste hinnehmen müssen. Sogar der aus der zweiten Reihe kommende Privatsender Vox hat mit gegenwärtig rund acht Prozent Marktanteil das ZDF (rund sechs Prozent) bei der Zuschauerschaft zwischen 14 und 49 Jahren überholt. Nun plant der Mainzer Sender eine programmliche Neuausrichtung, um den Zuschauernachwuchs bei der Stange zu halten. «Wir wollen das jüngere Publikum, das unser Programm gegenwärtig einschaltet, zumindest behalten», gibt Programmdirektor Thomas Bellut als Devise aus.

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Von Januar nächsten Jahres an wird sich das ZDF an mehreren Wochentagen im Abendprogramm ein neues Gesicht geben. Bellut spricht von einer «Belebung» des Programms. Zu den zentralen Vorhaben des Senders gehört die Neuausrichtung des Mittwochabends. Künftig werden die Serien und das Magazin «ZDF.reporter» donnerstags um 20.15 Uhr und um 21 Uhr zu sehen sein. Mittwochs leitet ein 90-Minuten-Format den Abend ein - das kann ein abendfüllender, «frauenaffiner» Film sein oder auch eine Show wie zum Beispiel «Wie schlau ist Deutschland?» mit Johannes B. Kerner.

Neu ist auch die Überarbeitung des Kriminalmagazins «Aktenzeichen XY... ungelöst». Der ZDF-Klassiker wird ebenfalls vom Donnerstag auf den Mittwoch vorrücken und von 60 auf 90 Minuten verlängert, aber mit zehn Ausgaben pro Jahr in geringerer Schlagzahl als bisher. Auch das «Auslandsjournal» wird zukünftig sein Zuhause am Mittwochabend (22.45 Uhr) haben. Gerade mit weicheren TV-Movies um 20.15 Uhr könnte das ZDF von vornherein der ARD genau das Filmpublikum abspenstig machen, das sonst mittwochs die häufig etwas sperrigen und sozialkritischen Streifen im Ersten sieht.

Bellut will der ARD nach eigenen Worten anbieten, die Sendetermine der Filme mit dem ZDF abzustimmen. Dennoch dürfte das ZDF darauf setzen, gleich von Beginn des Abendprogramms an am Mittwoch viele Zuschauer von der ARD wegzulocken, damit beim neuen ARD-Polittalk mit Frank Plasberg («Hart aber fair») um 21.45 Uhr ab Oktober nicht mehr allzu viele Menschen dabei sind. Auch am Sonntag erhofft sich das ZDF mehr «Belebung», indem das Magazin «History» mit Guido Knopp vom späten Abend auf 18.30 Uhr vorgezogen wird und die Dokumentationen, die der Chefredaktionen unterstehen, auf den Termin nach dem «heute journal» kurz nach 22 Uhr ausgestrahlt werden.

In der Diskussion mit der Volksmusikszene um einen Abbau der Musiksendungen wird das ZDF trotz aller öffentlichen Proteste seiner vor wenigen Wochen angekündigte Linie treu bleiben. «Wir werden die Volksmusikshows künftig an Wochenenden und Feiertagen konzentrieren, nur noch in seltenen Ausnahmefällen auf die Wochentermine gehen», sagt Bellut. Mit dem Duo Marianne & Michael, bisher donnerstags mit den «Lustigen Musikanten» zu sehen, werde verhandelt. Gleiches gelte für Andrea Ballschuh und ihre Show «Zauberhafte Berge».

Fest steht, dass der Montag mit seinem Filmangebot und der Freitag mit den Krimiserien von den Umbauplänen unberührt bleiben. Ob nach dem Tod von Hauptdarsteller Ulrich Mühe die Serie «Der letzte Zeuge» weiter gedreht wird, bleibt offen. Laut Bellut führt das ZDF Gespräche mit dem Produzenten, der Odeon-Film. (Von Carsten Rave, dpa)

 
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