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Agenturen beugen sich Rechtschreibreform

31. Jul 2007 14:38
Ab 1. August gilt die neue Rechtschreibung.
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Schüler müssen ab 1. August wieder «eislaufen» statt «Eis laufen» schreiben. Auch Nachrichtenagenturen und Zeitungen wollen sich an die Regeln der geänderten Rechtschreibreform halten.

Neun Jahre nach ihrer Einführung und diversen Änderungen tritt die Rechtschreibreform am Mittwoch endgültig in Kraft. Zum 1. August endet die einjährige Übergangsfrist für die Änderungen, die die Ministerpräsidenten der Bundesländer im Jahr 2006 auf Vorschlag des Rats für deutsche Rechtschreibung beschlossen hatten.

Hintergrund:
Ab dann werden die Neuerungen auch in der Notengebung an Schulen berücksichtigt. Auch die deutschsprachigen Nachrichtenagenturen stellen ihre Schreibweisen um.

Die Änderungen betreffen die Groß- und Kleinschreibung, die Getrennt- und Zusammenschreibung, die Zeichensetzung und die Worttrennung am Zeilenende. Ab Mittwoch schreibt man wieder «abwärtsfahren» und «eislaufen» statt bisher «abwärts fahren» und «Eis laufen». Feste Verbindungen aus Adjektiv und Substantiv können wieder groß geschrieben werden, und in Briefen darf es wieder «Du» und «Ihr» heißen. Bei der Reihung von Nebensätzen, die mit «und», «oder», «beziehungsweise», «entweder - oder», «nicht - noch» oder durch «weder - noch» verbunden sind, kann man kein Komma mehr setzen. Die Abtrennung von Einzelvokalen am Wortanfang oder Wortende - wie E-sel, Feiera-bend, Bi-omüll - wird prinzipiell ausgeschlossen.

Die anderen Regeln der neuen Rechtschreibung gelten weiter, zum Beispiel die Laut-Buchstaben-Zuordnung beim ß, das nach einem kurzen Vokal zu ss wird, oder bei drei identischen Konsonanten wie bei Schifffahrtsamt.

Mehr im Internet:
An der behutsamen Eindeutschung von Fremdwörtern («Biografie») halten die Agenturen fest, wissenschaftliche Fachausdrücke bleiben in alter Schreibweise erhalten («Tomographie»). Die Agenturen haben ihre gemeinsamen Schreibentscheidungen zu Variantenwörtern auf der Webseite «www.die-nachrichtenagenturen.de» veröffentlicht.

Wegen der heftigen Kritik an der Rechtschreibreform von 1996 war das amtliche Regelwerk zum 1. August 2006 geändert worden. Entsprechend den Vorschlägen des Rats für deutsche Rechtschreibung sind seitdem in einigen besonders umstrittenen Bereichen die alten Schreibweisen wieder zugelassen.

Das neue Regelwerk lässt je nach Zählweise bei etwa 2500 Wörtern Varianten zu. Die Schüler dürfen zum Beispiel «kennenlernen» sowohl zusammen als auch getrennt schreiben, «Delfin» ist mit f oder ph zulässig.

Der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung, Ludwig Eckinger, sagte am Dienstag der dpa, dass es aus den Schulen weitgehend nur positive Rückmeldungen zur Rechtschreibreform gebe. Die Schüler dürften zugelassene Varianten wählen, betonte er. Der Rat für deutsche Rechtschreibung wolle in der Zukunft aber die Zahl der Varianten reduzieren, um insgesamt für mehr Sicherheit beim Schreiben zu sorgen. Eckinger vertritt die Lehrerorganisationen im Rechtschreibrat.

Da die Agenturen nicht nur richtig, sondern auch einheitlich schreiben wollen, haben sie sich für jeweils eine Variante der Rechtschreibreform entschieden, selbst wenn zwei Varianten erlaubt sind - so schreiben die Agenturen zum Beispiel nur «kennenlernen».

Für die Agenturen gelten drei Grundsätze: Erstens halten sie sich an das Regelwerk, damit Schüler, die so schreiben, wie sie es in Agenturtexten lesen, in keinem Fall Fehler machen. Zweitens folgen die Agenturen den Wörterbuchverlagen Duden und Wahrig in allen Fällen, in denen diese gleichlautende Schreibempfehlungen geben. Das ist bei zwei von drei Variantenwörtern der Fall. Und drittens wählen die Agenturen dort, wo Duden und Wahrig unterschiedliche Empfehlungen abgeben, gemäß dem Wunsch ihrer Kunden ganz überwiegend die Vor- Reform-Schreibweisen.

Die Vereinbarung gilt für die Agenturen AFP, AP, APA, Dow Jones, ddp, dpa, epd, KNA, Reuters und sid. Die Schweizerische Depeschenagentur SDA hält sich immer an den Grundsatz «Bei Varianten die herkömmliche Schreibweise» und wendet in einigen Fällen gemäß den Empfehlungen der Schweizer Orthographischen Konferenz (SOK) die neue Rechtschreibung nicht an. (dpa)

 
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