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«Bild» will online Marktführer werden

30. Jul 2007 16:33
'Bild' will 'Spiegel Online' überholen
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Die «Bild»-Zeitung will ihr Internetangebot massiv ausbauen. «Spiegel Online» soll als Marktführer bei der Verbreitung von Nachrichten abgelöst werden.

Das Internetportal «Bild.T-Online» plant für den Herbst einen massiven Umbau und Investitionen im zweistelligen Millionenbereich. Das kündigte der neue Geschäftsführer der Axel Springer News GmbH, zu der «Bild.T-Online» gehört, Philipp Welte, laut einem Bericht des «Handelsblatts» an. Welte, zugleich Vorstandsvorsitzender von «Bild.T-Online», will demnach die Online-Ausgabe der Boulevardzeitung fit machen für zunehmende Konkurrenz durch neuartige Nachrichtenportale wie Google News. Zum anderen solle der Marktführer im deutschen Nachrichtensegment, «Spiegel Online», abgelöst werden.

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Geplant sind laut «Handelsblatt» überdies «Bild»-Regionalausgaben im Web, um besser auf lokale, städtebezogene Kontaktnetzwerke reagieren zu können, wie sie mittelständische Verlage wie M. DuMont Schauberg (Express) aufbauen.

«Bild.T-Online» ist ein Joint Venture von Springer und der Deutschen Telekom, das sich selbst als «Deutschlands größtes Nachrichten- und Entertainmentportal» bezeichnet.

Bisher klassisch strukturiert

Bisher zeigt sich «Bild.T-Online» klassisch strukturiert: Die Startseite ist dominiet von News- und Unterhaltungs-Inhalten. Doch dieser Ansatz gilt mittlerweile als überholt, weil inzwischen Dienste im Netz zu finden sind, die Nachrichten sammeln und den Nutzern gebündelt und vollständig individualisiert zur Verfügung stellen.

Michael Hack, Vice President Europa beim norwegischen Suchtechnologie-Spezialisten Fast, warnt denn auch, dass sich Medienkonzerne gegen diese Entwicklung zur Wehr setzen müssten, um zu überleben. «Google etwa wird zum Medienunternehmen - mit den Inhalten der anderen», sagte Hack dem «Handelsblatt». Die Onlinemedien müssten daher die Hoheit über ihre journalistischen Inhalte zurückerlangen.

Journalistische Offensive

Ähnlich äußerte sich Florian Haller von der Münchener Werbeagentur Servicepan. «Die Medienkonzerne in Deutschland haben beim Markenaufbau im Web versagt», sagte der Werbexperte dem Blatt. Wenn junge Leute über Online-Medien sprächen, dächten sie an Youtube, iTunes oder Netvibes. Es sei denn es geht um den «Spiegel». Dem Magazin sei es mit «Spiegel Online» als fast einziges deutsches Medienunternehmen aus der alten Welt gelungen, im Internet auf die gleiche Position vorzurücken wie offline.

«Bild.T-Online»-Chef Welte steuert in diese Richtung - mit einer journalistischen Offensive will er die Marke «Bild» im Internet stärker sichtbar machen. Laut «Handelsblatt» setzt er dabei vor allem auf die Sportberichterstattung und «People News».

Ein Ansatz, den Medienexperten wie Thomas Künstner von Booz Allen Hamilton grundsätzlich für richtig halten. «Onlinemedien werden sich in Zukunft klar über die Qualität ihre Inhalte definieren müssen», sagte Künstner der Zeitung. (nz)

 
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