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Kausch zu Sat1: Wer keine Haltung hat, der fällt

25. Jul 2007 16:27
Thomas Kausch
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Als er hörte, er müsse nach dem Urlaub nicht mehr kommen, hielt er es zuerst für einen Scherz, sagt Thomas Kausch. Der einstige Nachrichtenchef von Sat1 prophezeit dem Sender eine düstere Zukunft.

Der bisherige Sat1-Nachrichtenmoderator Thomas Kausch hält die Entscheidung des Privatsenders, künftig auf die eigenständige Nachrichtenproduktion zu verzichten, für falsch. Ein Medienunternehmen trage auch politische und gesellschaftliche Verantwortung, die vor allem durch Informationssendungen wahrgenommen werden müsse, sagte Kausch der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». «Ich glaube, dass ein Bekenntnis zu Qualität und Verantwortung das Erfolgsrezept für die Zukunft ist.» Kampagnen wie «Geiz ist geil» würden sich nicht halten, ist sich Kausch sicher. «Wer keine Haltung hat, der fällt. Ganz einfaches Gesetz.»

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Sat1 hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, Kausch sei vom Sender «nicht beurlaubt» worden, befinde sich aber «faktisch in Urlaub». Als der damalige Sat1-Geschäftsführer Roger Schawinski 2004 Kausch vom ZDF zu Sat1 holte, kündigte er eine Nachrichtenoffensive an, mit der ein «ernsthafter Wettbewerb» mit dem Konkurrenten RTL aufgenommen werden sollte. Die Einschaltquoten blieben jedoch deutlich hinter denen der RTL-Nachrichten zurück.

Kausch ist von seiner Ablösung nach eigenen Worten völlig überrascht worden. Sat1-Geschäftsführer Matthias Alberti habe ihm kurz vor Antritt seines Urlaubs «mitgeteilt, dass ich ab Montag nicht mehr kommen müsste». Er habe zunächst an einen Scherz gelaubt, sagte der 44-Jährige. «Es traf mich aus heiterem Himmel.»

Zu den möglichen Gründen für seine Ablösung sagte Kausch: «Es gab nie Kritik an meiner Leistung oder an meinem Verhalten, auch nicht in diesem letzten Gespräch. Man hat mich geholt, weil ich für ein journalistisches Profil stehe, und nun muss ich gehen, weil ich für dieses journalistische Profil stehe.» Wenn er nun von heute auf morgen gehen müsse, «dann kann ich daraus nur schließen, dass man bei Sat1 eine andere Nachrichtensendung machen will. Die Pläne kenne ich nicht.»

Zu der Strategie von Investoren, durch Personalabbau Kosten zu senken, sagte Kausch: «Vielleicht sollte man einmal grundsätzlich darüber nachdenken, den Wert von Mitarbeitern als Unternehmenswert mit in die Bilanzen aufzunehmen und nicht nur als Personalkosten, die negativ zu Buche schlagen.» (nz/dpa)

 
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