netzeitung.deAnne Will sieht sich nicht als «Talk-Erzieherin»

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Anne Will wechselt vom Stehpult der 'Tagesthemen' in den Talksessel. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Anne Will wechselt vom Stehpult der 'Tagesthemen' in den Talksessel.
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Mit Wehmut verabschiedet sich Anne Will von den «Tagesthemen» - die sie nach eigener Aussage zunächst unterschätzt hatte. Großen Respekt hat sie vor ihrer Nachfolge von «Sabine Christiansen».

Die scheidende «Tagesthemen»-Moderatorin Anne Will hat die Nachrichtensendung zunächst unterschätzt. «Bevor ich anfing, habe ich mir die Arbeit hier schon leichter vorgestellt», sagte die 41-Jährige der AP in Hamburg. Sie habe die Möglichkeiten und Herausforderungen des Formats zuerst gar nicht richtig erfasst. Vor ihrer Zeit bei den «Tagesthemen» habe sie sich nicht klargemacht, wie durchdacht und wie hart erarbeitet Nachrichtensendungen seien. «Das hat sich geändert», sagte sie.

Will hat 2001 als Moderatorin bei den «Tagesthemen» angefangen und tritt am 16. September die Nachfolge von Sabine Christiansen an. Am Sonntag moderiert sie ihren letzte Ausgabe der Nachrichtensendung im Ersten: «Ich bin ganz schön wehmütig und melancholisch», bekannte sie. Schließlich sei ihr die Redaktion sehr ans Herz gewachsen. In sechs Jahren hat Will nie gefehlt: «Ich werde eigentlich nie krank und wenn, dann nur in meiner Freizeit», sagte die gebürtige Kölnerin.

Will kann nach eigenen Worten besonders gut mit Gesprächspartnern, die schnell reagieren und Spaß an knackigen Fragen und Wortspielen haben. Darum führe sie zum Beispiel gerne Interviews mit Franz Müntefering, Gerhard Schröder und Angela Merkel. In ihrer neuen Talk-Runde am Sonntagabend will sich die 41-Jährige um eine «geordnete Diskussionskultur bemühen».

Allerdings mache sie sich auch keine Illusionen, ergänzte Will. «Ich bin ja nicht die Erzieherin.» Wenn man eine Diskussionsrunde im Fernsehen mache, «dann will man, dass diskutiert wird. Es wäre Quatsch, leidenschaftliche Debatten abzubrechen.»

Die Journalistin hat «durchaus großen Respekt» vor ihrer neuen Aufgabe. «Ich knüpfe schließlich an ein Erfolgsformat an. Sabine Christiansen hat über neun Jahre einen beeindruckenden Erfolg hingelegt. Und das muss ich erst mal bringen.» Ihre Talkshow «Anne Will» wird auch von ihr selbst produziert und wie «Sabine Christiansen» in Berlin stattfinden.

Große Veränderungen am Konzept der Sendung ihrer Vorgängerin wird es nicht geben. «Es kann nicht darum gehen, krampfhaft etwas anderes zu machen», sagte sie: «Schön wäre ja, an den Erfolg wirklich anknüpfen zu können.» Sie wolle es nicht übertreiben und werde nicht ein «Feuerwerk an neuen Ideen versuchen». Allerdings werde es ein neues Studiodesign geben, und sie sei anders: «Aber Talk-Sendung bleibt Talk-Sendung.» (Gregor Haake, AP)