19. Jun 2007 20:42
Die ARD hat sich auf eine neue digitale Strategie geeinigt. So soll beispielsweise künftig möglich sein, eine «Tagesschau» kostenlos auf dem Handy abzurufen.
Der ARD-Vorsitzende Fritz Raff kündigte zudem an, auf der Internationalen Funkausstellung Ende August eine neue Online-Plattform der ARD für Fernseh- und Radioinhalte auf Abruf zu präsentieren. «Da ist es selbstverständlich, dass wir bestimmte Begrenzungen aus der analogen Rundfunkwelt in Frage stellen», sagte Raff. Er betonte, dass von «Angeboten» und nicht von Programmen für die digitale Welt die Rede sei. Auf der neuen Plattform sollen deshalb nicht nur einzelne Formate aus den ARD-Sendern bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung auf Abruf zur Verfügung stehen, sondern auch bisherige Inhalte neu aufbereitet werden. Das ZDF hatte bereits zuvor angekündigt, mittelfristig die Hälfte seines Programms online zu stellen. Das Zweite baut seit Jahresbeginn seine Internet-Mediathek etappenweise aus. Die Intendanten der ARD haben keine solche Zielvorgabe mitgeteilt, ARD-Programmdirektor Günter Struve sagte jedoch: «Sie können sicher sein, dass die ARD irgendwann die 50 Prozent reißen wird.» In den nächsten Wochen wollen die Intendanten außerdem darüber entscheiden, ob für den Abruf einzelner, nicht mehr aktueller Produktionen langfristig auch Gebühren auf Abruf verlangt werden können.
Die Intendanten der neun Landesrundfunkanstalten haben zwar auch über einen Ausbau des Digitalkanals EinsExtra beraten, wollen darüber aber erst auf ihrer nächsten Tagung im September in Köln abschließend entscheiden. Der Vorschlag des NDR sieht vor, das von der «Tagesschau»-Redaktion produzierte Format «EinsExtra aktuell» von werktäglich vier auf täglich elf Stunden auszuweiten.
Offen ist, ob das Format mit seiner zum Jahresende geplanten Ausweitung auch unter der Marke der «Tagesschau» firmieren wird. «Ich hielte es durchaus für sinnvoll, diese Marke in die digitale Welt weiter zu ziehen», sagte der Erste Chefredakteur von ARD-aktuell, Kai Gniffke, in Saarbrücken. Das ZDF hatte bereits Anfang Juni eine «heute kompakt»-Sendung angekündigt. Sie soll ebenfalls eine Länge von 100 Sekunden haben und via Internet und Handy zu sehen sein. (epd)