Nie vergessen: Competition machen!
01. Jun 2007 10:16
 |  Auch von Gewinnerin Barbara gab es Neues zu sehen | Foto: dpa |
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Tränen, Zickenterror und ungezeigte Szenen hatte ProSieben für den gestrigen Nachschlag von «Germany's Next Topmodel» versprochen. Ob's was geworden ist, verrät
Kathrin Klette.
Nun gut, wer die zweite Staffel von «Germany's Next Topmodel» regelmäßig verfolgt hatte, ahnte schnell, dass dieses Versprechen von «Was keiner sah» wohl nicht ganz eingehalten werden würde. Die Show zeigte die interessantesten und wichtigsten Szenen von Heidi Klums Casting-Show - fast allesamt bekannt und zusammengeschnurrt auf insgesamt 135 Minuten. Doch auch wenn der Anteil der bislang unter Verschluss gehaltenen Szenen gering war, war die Sendung ein amüsanter Rückblick auf die zweite Staffel des Schönheitswettbewerbs.
Lost and found in the supermarket
Ein Highlight: Die bislang nicht gezeigten Bewerbungsvideos, die von den Kandidatinnen für das erste Casting produziert worden waren: körnig-wackelige Homevideos von ersten, bisweilen staksigen Laufversuchen im Bikini vor dem heimischen Kleiderschrank oder Garagentor. Neu war laut Jurymitglied Peyman Amin, dass vor der Show erstmals auch Model-Scouts losgeschickt wurden, um nach geeigneten Kandidatinnen Ausschau zu halten. Neben der Finalistin Anni und der Luxemburgerin Mandy wurde auch die zurückhaltende Barbara in einem Einkaufszentrum angesprochen: Ausgerechnet die spätere Siegerin musste regelrecht überredet werden, doch bitte, bitte das Casting in Köln mitzumachen.
Was diese «Competition» bedeutete, oder in diesem konkreten Fall: «Competention», hatte offenbar vor allem die 25-jährige Enyerlina verinnerlicht, die aber als eine der ersten ausschied. Wäre die energische Berlinerin noch einige Folgen in der Show geblieben, hätte vermutlich sie und nicht die Bremerin Fiona den Titel der Quoten-Zicke erhalten. Enyerlinas anfängliche Ausfälle waren unbedingt sehenswert, auch wenn sie in der Sendung mit den Highlights fehlten. «Das ist eine Competention!», stellte sie gleich in der zweiten Folge fest: «Wenn Bruce oder die Jury sagen würde: 'Enyerlina, du musst 'Ho' machen', dann mache ich 'Ho'.» Topmodel zu sein, bedeute eben harte Arbeit, und wer dazu nicht bereit sei, der könne doch auch gleich wieder gehen. «Eine Competention brauchen eine Frau und keine Baby. Schluß jetzt!»
Schminki-Schminki
Trotzdem waren die Klassiker der zweiten Staffel, die bereits im Internet die Runde gemacht haben, natürlich auch bei der Sendung mit den Highlights dabei. Dazu gehörte Fiona, die gleich beim ersten Catwalk durch ein Fußballstadion unerschütterlich in die falsche Richtung lief, oder auch die Österreicherin Anja, die laut Laufsteg-Trainer Bruce Darnell «wie ein Pferd» lief.
Auch die Szene mit der immer etwas konfusen Denise beim Kölner Casting durfte in so einem Rückblick nicht fehlen: Sie wolle doch so gerne «Competischn» machen, finde aber ihre Tasche mit dem ganzen «Schminki-Schminki» nicht, jammerte sie und warf sich deshalb aus lauter Hilflosigkeit erst mal Bruce in die Arme. Letztendlich werden nicht nur die eingepeitschten Empfehlungen des Laufsteg-Trainers, wie «Drama, Baby!» und «Ich will euch verdammt sexy haben!», die Sendung überleben. Auch von Denise haben die Zuschauer fürs Leben etwas gelernt: Ohne Tasche keine Competischn.