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Lupe Zeitung nach Attentaten eingestellt

Nach zwei Attentaten hat eine mexikanische Zeitung ihr Erscheinen eingestellt. Die Polizei wollte die Redakteure nicht schützen.

Aus Angst vor Anschlägen organisierter Rauschgiftbanden hat die mexikanische Regionalzeitung «Cambio Sonora» ihre Erscheinen vorübergehend eingestellt. Die Zeitung kritisierte in einem am Freitag veröffentlichten Brief die staatlichen Organe, die Mitarbeiter der Zeitung nicht beschützen zu können. Zuvor hatten Unbekannte zwei Granantenattentate auf die Zeitung in der Hauptstadt des nördlichen Bundesstaates Sonora, Hermosillo, verübt. Dabei war niemand getötet worden.

Nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen ist Mexiko nach dem Irak das gefährlichste Land für Journalisten. Bedroht sind vor allem Polizeireporter und lokale Medien, die über die Aktivitäten der Rauschgiftkartelle berichten. 2006 wurden neun Journalisten in dem nordamerikanischen Land getötet, in diesem Jahr wurden zwei Reporter umgebracht, einer davon in Sonora.

«Ich habe diese schmerzliche und schwierige Entscheidung wegen des hohen Risikos für das Leben der 250 Mitarbeitger der Zeitung getroffen», schrieb Direktor Mario Vásquez Raña, der auch Vorsitzender des Verlegerverbandes von Mexiko (OEM) ist. Er kritisierte vor allem den Gouverneur von Sonora, Eduardo Bours, nach den Anschlägen nichts zum Schutz der Zeitung getan zu haben. Die Zeitung habe kontinuierlich Botschaften mit neuen Attentatsdrohungen erhalten.

In der vergangenen Woche war Sonora, das an den US-Bundesstaat Arizona grenzt, Schauplatz einer bislang nicht da gewesenen gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen Polizei und mutmaßlichen Drogenbanden. Dabei waren 23 Menschen, fünf Polizisten, zwei Zivilisten und 16 Kriminelle getötet worden. (dpa)