Brandanschlag auf Auto des «Bild»-Chefs
Das Familienauto, ein Wagen der Mercedes-R-Klasse, wurde laut Feuerwehr mit Kinderwagen und Kindersitzen völlig zerstört. In der Basisversion kostet das Modell zwischen 46.700 und 69.000 Euro.
Knapp zwei Wochen vor dem G8-Gipfel in Heiligendamm, wo sich die Vertreter der sieben wichtigsten Industriestaaten und Russlands vom 6. bis zum 8. Juni treffen, wurde auch in Berlin erneut ein Auto angezündet und erheblich beschädigt. Nach Polizeiangaben handelte es sich um ein hochwertiges Fahrzeug, das im Stadtteil Kreuzberg geparkt war. Ein Zusammenhang mit Gewaltaktionen der linksextremen Szene gegen den G8-Gipfel werde nicht ausgeschlossen. Es handelt sich um den zehnten Brandanschlag auf ein Fahrzeug im Mai in Berlin.
Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) nannte die Anschlagsserie «erschreckend». «Derartige Taten sind durch nichts zu rechtfertigen.» Es gebe keine harmlose Gewalt gegen Sachen. Jede Gewalt sei in der politischen Auseinandersetzung unerträglich. «Wir werden nicht hinnehmen, dass Gewalt in unserer Stadt als Mittel zur Einschüchterung eingesetzt werden soll.»
Erst in der vergangenen Woche hatten Unbekannte Farbbeutel und Steine auf das Haus eines Lufthansa- Managers und ein Luxushotel geschleudert. Beide Male nahmen Bekennerschreiben Bezug auf den G8-Gipfel und die linke Szene. Zuvor war am 9. Mai in diesem Zusammenhang und wegen vermuteter Aktionen gegen den G8-Gipfel auch der Hamburger Szene-Treff «Rote Flora» durchsucht worden. Bei der deutschlandweiten Razzia hatten 900 Beamte insgesamt 40 Objekte in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Berlin und Brandenburg durchsucht. Die Bundesanwaltschaft hatte die Ermittlungen mit dem Verdacht auf Gründung einer terroristischen Vereinigung begründet. (nz/dpa)
