12. Mai 2007 15:25
Große Bühne für Henri-Nannen-Preisträger: Gruner + Jahr und sein Magazin «Stern» zeichneten zum dritten mal Spitzenkönner der Branche aus - und wer dazu eingeladen war, der kam.
«Heute Abend gehört die Bühne den besten Journalisten unserer Zeit», sagte G+J-Vorstandschef Bernd Kundrun zur Begrüßung. «Wir wollen Ihren Blick lenken auf Texte, die berühren. Auf Ereignisse, die erstaunen.» Kundrun verwies insbesondere auf diejenigen, «die den Mut haben, die Wahrheit zu sagen, auch wenn sie sich selbst damit in Gefahr bringen».Damit spielte er gleich auf einen der Höhepunkte des Abends an. Für ihre beharrliche Berichterstattung über Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Einschränkungen der Pressefreiheit in Russland wurde die oppositionelle Zeitung «Nowaja Gaseta» (Neue Zeitung) geehrt. Zu ihrer Redaktion gehörten auch die ermordete Journalistin Anna Politkowskaja sowie zwei weitere getötete Kollegen. Chefredakteur Dmitrij Muratow nahm sichtlich ergriffen die Bronzeskulptur von «Stern»-Chefredakteur Thomas Osterkorn entgegen und versprach, die Ermordung Politkowskajas aufzuklären. Schweigeminute und lang anhaltender Applaus.
Unter den Fotografen erhielten gleich zwei den mit insgesamt 30 000 Euro dotierten «Henri»: der 78-jährige Robert Lebeck für sein Lebenswerk und Alessandro Scotti für die beste Fotoreportage im Magazin «Geo». Alexander Smoltczyk recherchierte die Vorgeschichte der Islam-kritischen Rede von Papst Benedikt XVI. und war damit erfolgreich. Als «lustigsten Tastentipper» würdigte Comedian Cordula Stratmann den Kolumnisten Hans Zippert der Tageszeitung «Die Welt» («Zippert zappt») für seine humorvollen Gedanken zur Zeit.Zu der mit abwechslungsreichen Showeinlagen umrahmten Veranstaltung waren unter anderen Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Altbundespräsident Walter Scheel gekommen. Dabei waren auch die Schauspieler Hannes Jaenicke, Anna Thalbach und Edgar Selge, die Moderatorinnen Sandra Maischberger und Barbara Schöneberger. Ein begehrtes Motiv für die Fotografen war Sängerin Vicky Leandros, die zur allgemeinen Überraschung in Begleitung von Enno Freiherr von Ruffin kam, von dem sie getrennt lebt. (Von Almut Kipp, dpa)