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Neuer SWR-Chef will Digitalfernsehen ausbauen

30. Apr 2007 18:16
Der neue SWR-Intendant Boudgoiust (r) mit Vorgänger Voß
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Als neuer Intendant des SWR will Peter Boudgoust neue digitale Formate einführen. Sein Vorgänger Peter Voß wurde in den Ruhestand verabschiedet.

Beginn einer neuen Ära beim Südwestrundfunk: Peter Boudgoust hat am Montag Peter Voß als Chef der zweitgrößten ARD-Anstalt abgelöst. SWR-Gründungsintendant Voß ging nach neun Jahren an der Spitze der 1998 aus SWF und SDR hervorgegangenen Zwei-Länder-Anstalt in den Ruhestand. Redner würdigten Voß in Stuttgart als «Medienmanager von außergewöhnlichem Format».

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Boudgoust sagte, der öffentlich-rechtliche Rundfunk stehe vor der Herausforderung der Digitalisierung. Es seien neue Formate notwendig - nicht anstelle der bisherigen, sondern neben den klassischen Angeboten. Der bisherige Verwaltungsdirektor Boudgoust war im Dezember vergangenen Jahres mit deutlicher Mehrheit zum neuen Intendanten des SWR gewählt worden.

Im Informationsdschungel seien gute und seriöse Wegweiser nötig, sagte der 52-Jährige bei seiner Einführung. Eine moderne Wissensgesellschaft brauche den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der unschlagbar sei. Bei der Digitalisierung gehe es auch um die Frage der Glaubwürdigkeit und wem man vertrauen könne bei «der Springflut von Videos und Texten».

Voß, der auch schon dem SWF in Baden-Baden als Intendant vorstand, war zuvor als Fernsehjournalist beim ZDF tätig. Der Vorsitzende des SWR-Rundfunkrats, Hans Lambert, würdigte die Verdienste des 66-Jährigen, der sein Amt «nie als Job verstanden» habe. Voß habe sich immer für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk eingesetzt und stets das Postulat der Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vertreten. Streit sei er nie ausgewichen.

Viel Lob zum Abschied für Voß

Der frühere ZDF-Intendant Dieter Stolte bezeichnete Voß als «Medienmanager von außergewöhnlichem Format». Lorenz Menz, der Chef des SWR-Verwaltungsrats, sagte, ohne die Zielstrebigkeit von Voß hätte es es nie die Fusion von SDR und SWF gegeben. Er habe die zweitgrößte ARD-Anstalt auf Kurs gebracht und als einer der ersten das Zeichen zum Sparen gegeben.

Voß will im Ruhestand wieder verstärkt als Journalist tätig sein und seinem Hobby nachgehen: Gedichte schreiben. Er wurde am 28. Januar 1941 in Hamburg geboren. Nach einem Gastaufenthalt in den USA studierte er von 1961 bis 1967 in Göttingen. Mit einem Volontariat beim «Göttinger Tageblatt» und der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung» fand er früh den Weg zum Journalismus, der ihn von Tageszeitungen in die Nachrichtenredaktion des ZDF führte.

Bei dem Sender in Mainz war er nacheinander Korrespondent, stellvertretender Redaktionsleiter und Redaktionsleiter des «heute journals» und zuletzt stellvertretender Chefredakteur. Als SWR-Intendant hatte Voß zuletzt das Verfahren um die Erhöhung der Rundfunkgebühr angeprangert und sich frühzeitig für die Anrufung des Bundesverfassungsgerichts ausgesprochen.

Karlsruhe berät über Streit um Rundfunkgebühr

Die Karlsruher Richter wollen sich am kommenden Mittwoch mit der Frage befassen. Es geht darum, dass die geltende Rundfunkgebühr monatlich die Empfehlung der zuständigen Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) der Sender unterschreitet. Mit der Festlegung der Erhöhung nur um 88 Cent statt der vorgeschlagenen 1,09 Euro aber hätten die 16 Bundesländer im Jahr 2005 die Rundfunkfreiheit verletzt, argumentieren die Kläger. Diese sind die ARD, das ZDF und das ebenfalls gebührenfinanzierte Deutschlandradio. (AP)

 
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