Bei der Fotomontage ging es um den bei der Casting-Show «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS) des Konkurrenzsenders RTL in Ungnade gefallenen Kandidaten Max Buskohl. Die Fotomontage glich einem Entführungsfoto der RAF von Hanns-Martin Schleyer. Auf dem Hintergrund eines Sterns war ein Maschinengewehr abgebildet, auf dem nicht «RAF», sondern «RTL» stand. Daneben war der Kopf des früheren «Superstar»-Kandidaten Max Buskohl abgebildet und die Aufschrift «seit 196 Tagen Gefangener von RTL» zu lesen. Raab sagte der «Bild»-Zeitung, er habe damit nicht die Opfer der RAF verunglimpfen wollen. «Ich kritisiere die Knebelverträge von RTL». Staatsminister Neumann kritisierte, wer Fotos von RAF-Opfern für Showeffekte nutze, handle unverantwortlich. So werde die Erinnerung an die schweren Verbrechen der RAF der Lächerlichkeit preisgegeben. Die CDU-Medienexpertin Rita Pawelski sagte: «Stefan Raab verletzt die Gefühle der Hinterbliebenen, verhöhnt die Opfer.» Ihr Fraktionskollege Marco Wanderwitz appellierte an ProSieben, nicht nur auf Quoten zu achten, sondern auch das Empfinden der «vernünftigen Mehrheit der Bevölkerung» zu berücksichtigen. Auch ein RTL-Sprecher nannte die Aktion Raabs «mehr als geschmacklos».
Buskohl hatte am vergangenen Samstag zwar laut Zuschauer-Votum die Runde der letzten drei bei «DSDS» erreicht, war jedoch nach einem Konflikt mit RTL ausgeschieden. Er wollte sich vom Sender nicht vorschreiben lassen, was und mit wem er zu singen hat. Er hatte besonders Probleme mit «DSDS»-Jury-Mitglied Dieter Bohlen. Nach dem Wirbel um das Ausscheiden Buskohls hatte Stefan Raab dem jungen Musiker bei ProSieben eine neue Plattform angeboten und sich bereit erklärt, eine daraus resultierende Vertragsstrafe des jungen Sängers an RTL zu bezahlen. (dpa/AP)