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Empörung über RAF-Fotomontage in Raab-Show

28. Apr 2007 13:46, ergänzt 14:41
Stefan Raab
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Angehörige von RAF-Opfern haben den Sender ProSieben scharf kritisiert. Grund ist die Präsentation einer Fotomontage des TV--Moderators Stefan Raab in seiner Sendung.

Politiker und Angehörige von Terroropfern haben sich empört über eine an die RAF erinnernde Fotomontage des Entertainers Stefan Raab geäußert. In seiner ProSieben-Show «Raab total» hatte er den bei «Deutschland sucht den Superstar» ausgeschiedenen Max Buskohl im Stile einer RAF-Geisel vor rotem Stern und Maschinengewehr mit der Aufschrift gezeigt: «Seit 196 Tagen Gefangener von R.T.L.». Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) nannte das Verhalten Raabs in der «Bild»-Zeitung unverantwortlich.

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«Auf Kosten der RAF-Opfer wird hier ein schlimmes Verbrechen ins Lächerliche gezogen und verharmlost», sagte Jörg Schleyer, der Sohn des von der Roten Armee Fraktion (RAF) ermordeten früheren Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer, der «Bild»-Zeitung.

Auch der RAF- Experte und Buchautor Butz Peters erklärte: «Scherze dieser Art verbieten sich angesichts der brutalen Taten der RAF.» Dagegen wies der Privatsender ProSieben die Kritik an der Fotomontage zurück. «TV Total ist Satire. Jeder versteht, worum es Stefan Raab bei dieser Aktion ging», sagte ein ProSieben-Sprecher.

CDU: Nicht nur auf Quoten achten

Bei der Fotomontage ging es um den bei der Casting-Show «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS) des Konkurrenzsenders RTL in Ungnade gefallenen Kandidaten Max Buskohl. Die Fotomontage glich einem Entführungsfoto der RAF von Hanns-Martin Schleyer. Auf dem Hintergrund eines Sterns war ein Maschinengewehr abgebildet, auf dem nicht «RAF», sondern «RTL» stand. Daneben war der Kopf des früheren «Superstar»-Kandidaten Max Buskohl abgebildet und die Aufschrift «seit 196 Tagen Gefangener von RTL» zu lesen. Raab sagte der «Bild»-Zeitung, er habe damit nicht die Opfer der RAF verunglimpfen wollen. «Ich kritisiere die Knebelverträge von RTL».

Staatsminister Neumann kritisierte, wer Fotos von RAF-Opfern für Showeffekte nutze, handle unverantwortlich. So werde die Erinnerung an die schweren Verbrechen der RAF der Lächerlichkeit preisgegeben. Die CDU-Medienexpertin Rita Pawelski sagte: «Stefan Raab verletzt die Gefühle der Hinterbliebenen, verhöhnt die Opfer.» Ihr Fraktionskollege Marco Wanderwitz appellierte an ProSieben, nicht nur auf Quoten zu achten, sondern auch das Empfinden der «vernünftigen Mehrheit der Bevölkerung» zu berücksichtigen. Auch ein RTL-Sprecher nannte die Aktion Raabs «mehr als geschmacklos».

Buskohl hatte am vergangenen Samstag zwar laut Zuschauer-Votum die Runde der letzten drei bei «DSDS» erreicht, war jedoch nach einem Konflikt mit RTL ausgeschieden. Er wollte sich vom Sender nicht vorschreiben lassen, was und mit wem er zu singen hat. Er hatte besonders Probleme mit «DSDS»-Jury-Mitglied Dieter Bohlen. Nach dem Wirbel um das Ausscheiden Buskohls hatte Stefan Raab dem jungen Musiker bei ProSieben eine neue Plattform angeboten und sich bereit erklärt, eine daraus resultierende Vertragsstrafe des jungen Sängers an RTL zu bezahlen. (dpa/AP)

 
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