24. Apr 2007 13:21
Der diesjährige Henri-Nannen-Preis geht an die russische Zeitung «Nowaja Gaseta» - für ihre Verdienste um die Pressefreiheit.
Die in Moskau beheimatete Redaktion der «Nowaja Gaseta» erhalte die Auszeichnung, weil sie über Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Einschränkungen der Pressefreiheit in Russland berichte und sich dabei nicht einschüchtern lasse, erklärte Gruner + Jahr. Mit Anna Politkowskaja sei bereits zum dritten Mal ein Redaktionsmitglied des Blattes ermordet worden. Während des Tschetschenien-Krieges habe die Journalistin Verbrechen der russischen Armee und der mit ihr verbündeten paramilitärischen tschetschenischen Gruppen aufgedeckt. Die «Nowaja Gaseta» sei Russlands bekannteste oppositionelle Zeitung und der Gegenpol zu den staatlich kontrollierten Massenmedien. Sie erscheine drei Mal wöchentlich mit einer Auflage von rund 171.000 Exemplaren. 70.000 Leser klickten täglich ihre Internetseite an. Einnahmen aus Anzeigen habe das Blatt kaum, weil es aus politischen Gründen von fast allen Unternehmen gemieden werde.
Der Verlag Gruner + Jahr und der «Stern» verleihen in diesem Jahr den Henri Nannen Preis zum dritten Mal. Um den nach dem «Stern»-Gründer Henri Nannen benannten und in fünf Kategorien ausgeschriebenen Preis für die besten Arbeiten des Jahres haben sich nach Verlagsangaben Journalisten mit über 860 Beiträgen aus 183 deutschsprachigen Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen beworben. Der Preis ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert. (epd)