WDR-Fernsehdirektor Ulrich Deppendorf äußerte sich erfreut darüber, dass das Gericht «den Weg für diesen wichtigen Film wieder weitgehend frei» gemacht habe: «Nun ist es auch in Zukunft möglich, zeithistorische Stoffe künstlerisch aufzuarbeiten», sagte er. Die Kölner Produktionsfirma Zeitsprung zeigte sich optimistisch: «Wir gehen fest davon aus, dass wir den Film in diesem Jahr noch zeigen können», sagte Justiziar Mirek Nitsch. Zeitsprung-Geschäftsführer und Produzent Michael Souvignier sagte: «Damit zeigt sich, was wir immer gesagt haben: Unser Film ist im Kern historisch korrekt.» Der Deutsche Kulturrat sprach von einem «ersten Teilerfolg für die Kunstfreiheit». Die Vorsitzende Richterin machte aber deutlich, dass sich in dem Konflikt auch die Gegenseite teilweise durchgesetzt habe.
So sah sich auch die Grünenthal GmbH durch die Urteile und die Einschätzung der Richterin bestätigt. «Es ist uns durch unser juristisches Vorgehen bereits gelungen, mehrere unwahre Schlüsselszenen zu korrigieren oder herausnehmen zu lassen», erklärte Geschäftsführer Sebastian Wirtz. Angesichts noch weiterer anhängiger Gerichtsverfahren sei Grünenthal bereit, sich mit den Filmemachern an den Verhandlungstisch zu setzen.
Während das Landgericht auf der Grundlage des Drehbuchs entschieden hatte, urteilten die Richter am OLG nach der Ansicht des Films. In diesem waren einige Szenen des Drehbuchs gestrichen oder verändert worden. Insofern habe sich Grünenthal in größerem Umfang durchgesetzt, als es den Anschein habe, meinte die Vorsitzende Richterin am OLG. Gegen die Urteile des OLG sind den nach Angaben des Gerichts keine Rechtsmittel zugelassen. (dpa/AP)