netzeitung.deRegierung Mugabe droht Reportern

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Geht mit harter Hand gegen die Presse vor: Simbabwes Präsident Mugabe (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Geht mit harter Hand gegen die Presse vor: Simbabwes Präsident Mugabe
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Wegen fehlender Arbeitserlaubnis ist ein britischer Journalist in Simbabwe zu einer Geldbuße verurteilt worden. Eine Mitarbeiterin seiner Botschaft erhielt eine Todesdrohung.

Alexander Perry, britischer Reporter für das «Time»-Magazin, muss wegen unerlaubter journalistischer Arbeit in Simbabwe eine symbolische Geldstrafe von umgerechnet 30 Cent zahlen.

Der 37-Jährige war laut der staatlich kontrollierten Zeitung «The Herald» am Freitag nahe dem Ort West Nicholson beim Interview mit einem Diamantenschürfer festgenommen worden.

Perry gab demnach zu, ohne gültige Akkreditierung der Regierung journalistisch tätig gewesen zu sein. Obwohl ihm nach den drakonischen Mediengesetzen des Landes Haft gedroht hätte, kam er mit einer geringen Geldstrafe davon.

Die Regierung des autokratischen Präsidenten Robert Mugabe hat ausländische Journalisten gewarnt, illegal im Lande tätig zu werden.

Nach Berichten von Reportern, die als Touristen getarnt in dem afrikanischen Land unterwegs waren und anschließend darüber berichtet hatten, hat die Polizei Pensionen und Hotels untersucht. Die Eigentümer wurden verwarnt, dass sie sich strafbar machten, sollten sie ausländische Journalisten beherbergen und nicht anzeigen.

Der örtliche Journalist einer in Großbritannien herausgegebenen Zeitung («Zimbabwean»), Gift Phiri, war nach Angaben seines Verlags am Wochenende bei einer Razzia in seinem Haus festgenommen worden. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es bisher jedoch nicht.

Vorwürfe gegen Diplomaten
Die Regierung hatte auch in Simbabwe akkreditierten Diplomaten vorgeworfen, ausländische Journalisten ins Land zu schmuggeln. Die Sprecherin der britischen Botschaft Gillian Dare wurde am Dienstag in einem Kommentar des «Herald» gewarnt, sie könnte wegen ihrer Unterstützung für die Opposition in einem Leichensack enden.

Wörtlich hieß es in dem Leitartikel: «Es wird für ihre Familie bedauerlich sein, sie am (Londoner) Heathrow-Flughafen in einem Leichensack in Empfang nehmen zu müssen.» Dare würde Journalisten «rekrutieren», damit schlecht über Mugabes Regierung geschrieben werde.

Ende März hatte die Regierung dem US-Sender CNN und anderen Medien vorgeworfen, auf einen «Regimewechsel» hinzuarbeiten. Sowohl akkreditierten Korrespondenten wie auch ohne offizielle Akkreditierung ins Land reisenden Journalisten drohe bei Fehlverhalten Strafverfolgung, erklärte das Informationsministerium, wie «The Herald» berichtete. (dpa)