04.03.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Bischöfin Käßmann
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Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann sieht die Ausstrahlung des ARD-Zweiteilers «Die Flucht» positiv. Allein des Themas wegen.
Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat die Ausstrahlung des ARD-Zweiteilers «Die Flucht» als wichtige Form der Vergangenheitsbewältigung begrüßt. Über 14 Millionen Deutsche waren am Ende des Zweiten Weltkriegs von Flucht und Vertreibung betroffen. Davon zu erzählen, helfe «die Vergangenheit zu verstehen», heißt es in einem Beitrag Käßmanns für die «Bild am Sonntag». Dies sei für die betroffene Generation zudem vielleicht die letzte Möglichkeit, davon zu berichten.
«Niemand will ein Leiden gegen das andere aufrechnen», so Käßmann weiter. Aber Frieden und Versöhnung seien erst möglich, wenn Täter Schuld bekennen und die Schicksale der Opfer gehört werden. Sie denke nicht, dass die Nachbarn der Deutschen in Polen oder der Tschechischen Republik Befürchtungen vor Revanchismus haben müssen, «wenn wir an die Schicksale der Flüchtlinge erinnern», fügte die Bischöfin hinzu: «Das ist besser, als sie zu verschweigen und zu verdrängen.»
ErinnerungenDie Geschichten von der Vertreibung hätten sie in ihrer Kindheit selbst geprägt, bekannte Käßmann: «Wie der Großvater verschleppt wurde, meine Mutter im Lager war, ihre Schwester mit drei kleinen Kindern auf der Flucht.» Vor allem die Frauen hätten unter der Flucht gelitten. Sie finde es richtig, dass diese Geschichten im Fernsehen erzählt werden, auch wenn man darüber streiten mag, «ob die Produktion mit Maria Furtwängler in der Hauptrolle gelungen ist oder nicht.»
Hinweis: Der historische Zweiteiler «Die Flucht» wird am Sonntag und Montag jeweils von 20.15 bis 21.45 in der ARD ausgestrahlt. (nz)