20.02.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Fotografen beim Star-Auflauf
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Jahre lang konnte man mit Schnappschüssen von Prominenten Spitzenhonorare erzielen. Doch nun bleiben Paparazzi sogar dann im Bett, wenn es um Paris Hilton geht.
Für den bekannten Paparazzo Hans Paul befindet sich das Geschäft mit den Schnappschüssen prominenter Persönlichkeiten in der Krise. «Für ein Bild von Thomas Gottschalk oder Paris Hilton stehe ich jedenfalls nicht mehr auf», schilderte der 52-jährige Fotoreporter der Nachrichtenagentur dpa, als er nach dem Besuch des Karnevals in Bergisch Gladbach Station in Hannover machte. Der Konkurrenzdruck unter den Paparazzi sei schlicht zu groß, die Honorare befänden sich im freien Fall - auch, weil immer mehr Fotografen-Laien ihre Bilder zu vermarkten wüssten.
In letzter Zeit machen die Leserreporter mit ihren Fotohandys den Profis die Erlöse streitig. Zeitungen honorieren Gelegenheitsschüsse von Lesern, in Webportalen verbreiten sich Bilder und Videos blitzschnell um den Erdball, wie sich bei der Hinrichtung des irakischen Ex-Despoten Hussein zeigte. Die Folge: Mit dem täglichen Geschäft, ist nichts mehr zu verdienen, wie Paul beklagt. Immer mehr Fans und Autogrammsammler verkauften ihre Schnappschüsse an die Boulevardpresse. «Das spüren wir Paparazzi, keine Frage», sagt Paul.
Paul war in den vergangenen Jahren den Stars und Sternchen in Hollywood auf der Spur. Für ein exklusives Foto, das die schwangere Julia Roberts zeigte, erhielt er nach eigenen Angaben 120.000 Dollar.
Für exklusive Schnappschüsse hat Paul deswegen aufgerüstet: Sein Auto tarnt er mit dem Werbeschriftzug einer Malerfirma. «Und ich verkleide mich oft als Postbote», sagt Paul. Wenn das alles nichts hilft, setzt sich der Paparazzo in sein Ultraleichtflugzeug und verfolgt Prominente wie Bruce Willis, Leonardo DiCaprio und Jennifer Aniston - «mit denen wenigstens noch Geld zu holen ist». (nz/dpa)