Deutschland sucht den Skandal-Autor
31. Jan 2007 17:33
 |  Dieter Bohlen | Foto: dpa |
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Viele Zuschauer schalten «Deutschland sucht den Superstar» möglicherweise überhaupt nur ein, um Dieter Bohlens Zoten zu hören. Da stellt sich die Frage, woher die Sprüche eigentlich kommen. Eine Spinnerei.
Die Aufregung um Dieter Bohlens beleidigende wie unterhaltende Auftritte in der Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» befeuern die Fantasie: Denkt sich Bohlen das alles selbst aus oder hat er womöglich einen Pool von Zoten-Schreibern so wie Harald Schmidt Gag-Schreiber hat? Tut sich in der aktuellen Staffel von «DSDS» etwa ein neues Berufsfeld auf?Zumindest ist es auffällig, wie druckreif Bohlens Fäkal- und Faunafantasien in Serie zu hören sind, wenn die Möchtegern-Popstars vor ihm stehen. Allerdings scheint das Mitleid für die Teilnehmer des Vorsingens wiederum etwas übertrieben, schließlich ist Bohlens Jury-Einsatz nicht neu. Und die Teilnahme ist immer noch freiwillig. Bleibt der Vorwurf, dass der Ex-Modern-Talking-Musiker ein Spielverderber ist, weil er den Spaßfaktor der Show arg reduziert.
Vielleicht stehen wir aber auch am Anfang eines neuen Trends: «Deutschland sucht die schlimmste Beleidigung». Was wenn Thomas Gottschalk jetzt auch noch anfängt, die Promis auf seiner «Wetten, dass...?»-Couch zu beschimpfen. Erinnert sich noch jemand an Oliver Pochers «Presswurst»-Vergleich für Mariah Carey? Gelacht haben viele, aber dann natürlich gesagt, dass das respektlos sei.Möglicherweise im Glauben, sich wieder Respekt zu verschaffen, sind nun Bohlens Beschimpfungsopfer in «Bild» zu Wort gekommen. Da wäre beispielsweise die berüchtigte «Kakerlaken»- Beschimpfung: «Damit kannst du Kakerlaken ins Koma singen», hatte Bohlen der 18-jährigen Carolin Schick an den Kopf geworfen.
«Passend zum Bohlen-Spruch krabbelten bei meinem Auftritt Kakerlaken durchs Bild. (...) Die haben mich blamiert, um Quote zu machen! (...) Jetzt bekomme ich anonyme Anrufe von Leuten, die mich verarschen und 'Hallo Kakerlake' in den Hörer brüllen», beschwert sich Schick.
Vielleicht eine Anzeige
Die 26-jährige Berufsschülerin Mehtap Bingölo fragt sich immerhin, ob es so eine gute Idee war, an der Show teilzunehmen. «Bei mir kommen solche Geräusche aus anderen Öffnungen», so Bohlens derbes Urteil. Bingölo: «Es war voll schlimm, im Fernsehen zu sehen, wie Bohlen sich über mich lustig gemacht hat. (...) Ich hab Angst, in die Schule zu gehen, die werden mich alle verarschen. Mein Bruder meinte, ich soll Dieter Bohlen anzeigen. Vielleicht mache ich das auch (...) Aber dann werde ich noch mehr auf die Sache angesprochen – auf den Stress hab ich echt keinen Bock. Der Dieter Bohlen denkt wohl, es ist cool, andere Leute zu beleidigen! So, wie er die Leute behandelt, verdient er es nicht, in der Jury zu sitzen!»
Kalte Dusche für Bohlen
Einer, der auf die Anfeindungen des Produzenten ohne Verzögerung reagiert hat, ist Kandidat John Mark Saunders. Nach dem Spruch, «Du siehst aus wie ein übrig gebliebener Kelly Family-Typ, der auf Ecstasy nicht die richtige Runde mitgekriegt hat», kippte der Berufmusiker Bohlen eine Flasche Wasser über den Kopf.«Jeden Tag werd ich von drei bis vier Leuten auf der Straße angesprochen, die mir sagen, wie geil meine Aktion war. Ich habe halt für Gerechtigkeit gesorgt», lässt sich der 30-Jährige zitieren. (nz)
Für das Web ediert von Sophie Albers / Julia Wilczok