Deutschland sucht den Skandal-Autor
Zumindest ist es auffällig, wie druckreif Bohlens Fäkal- und Faunafantasien in Serie zu hören sind, wenn die Möchtegern-Popstars vor ihm stehen. Allerdings scheint das Mitleid für die Teilnehmer des Vorsingens wiederum etwas übertrieben, schließlich ist Bohlens Jury-Einsatz nicht neu. Und die Teilnahme ist immer noch freiwillig. Bleibt der Vorwurf, dass der Ex-Modern-Talking-Musiker ein Spielverderber ist, weil er den Spaßfaktor der Show arg reduziert.
Möglicherweise im Glauben, sich wieder Respekt zu verschaffen, sind nun Bohlens Beschimpfungsopfer in «Bild» zu Wort gekommen. Da wäre beispielsweise die berüchtigte «Kakerlaken»- Beschimpfung: «Damit kannst du Kakerlaken ins Koma singen», hatte Bohlen der 18-jährigen Carolin Schick an den Kopf geworfen.
«Passend zum Bohlen-Spruch krabbelten bei meinem Auftritt Kakerlaken durchs Bild. (...) Die haben mich blamiert, um Quote zu machen! (...) Jetzt bekomme ich anonyme Anrufe von Leuten, die mich verarschen und 'Hallo Kakerlake' in den Hörer brüllen», beschwert sich Schick.
Bingölo: «Es war voll schlimm, im Fernsehen zu sehen, wie Bohlen sich über mich lustig gemacht hat. (...) Ich hab Angst, in die Schule zu gehen, die werden mich alle verarschen. Mein Bruder meinte, ich soll Dieter Bohlen anzeigen. Vielleicht mache ich das auch (...) Aber dann werde ich noch mehr auf die Sache angesprochen auf den Stress hab ich echt keinen Bock. Der Dieter Bohlen denkt wohl, es ist cool, andere Leute zu beleidigen! So, wie er die Leute behandelt, verdient er es nicht, in der Jury zu sitzen!»
«Jeden Tag werd ich von drei bis vier Leuten auf der Straße angesprochen, die mir sagen, wie geil meine Aktion war. Ich habe halt für Gerechtigkeit gesorgt», lässt sich der 30-Jährige zitieren. (nz)
Für das Web ediert von Sophie Albers / Julia Wilczok

