Schautzer will mit «50 aufwärts» Quote machen
Dass das Thema Alter aufgeregte Debatten auslöst, ist nicht erst seit der ZDF-Serie «2030 - Der Aufstand der Alten» der Fall. Doch die Doku-Fiction des Mainzer Senders verschafft einem Fernsehmoderator neue Aufmerksamkeit, der vor mehr als zwei Jahren ausgerechnet wegen seines Alters von der ARD abserviert wurde: Max Schautzer (66), Dauerbrenner im deutschen Fernsehen («ARD-Wunschkonzert», «Die goldene Eins», «Pleiten, Pech und Pannen»), tingelt derzeit von Talkrunde zu Talkrunde.
Auf Sendung gehen soll er im letzten Quartal dieses Jahres. «Wir sind nicht die Grauen Panter», sagt der Moderator im Gespräch mit der Katholischen Nachrichtenagentur KNA in Köln. Geplant sei kein kämpferischer Altensender, sondern ein TV-Angebot für Menschen in der Mitte des Lebens.
«Wir sind sehr weit mit den Vorbereitungen und voll im Zeitplan», sagt Schautzer. Der neue Kanal soll digital über den Satelliten Astra verbreitet werden. Dass die Mehrheit seiner Zielgruppe bisher nicht über die technischen Empfangsmöglichkeiten verfügt, stört den ehemaligen ARD-Showmaster dabei nicht. «Das mit der Technikfeindlichkeit der Älteren ist wieder so ein Klischee. Außerdem rücken bald die Baby-Boomer in das Zielgruppenalter, und die haben viel technisches Verständnis», ist sich der 66-Jährige sicher. Gesendet werden soll zunächst von 11 bis 23 Uhr, danach geht es in die Wiederholung.
Spielfilme, die ohne schnelle Schnitte auskommen, der Zielgruppe ans Herz gewachsene Stars von früher und Servicethemen sollen Menschen in der zweiten Lebenshälfte ansprechen. «Die stehen mitten im Leben und wollen noch etwas leisten oder aus sich machen», meint Schautzer. Seine Zielgruppe hat in der Regel beruflich und privat vieles geregelt, die Kinder sind aus dem Haus, jetzt wird das Leben noch einmal neu gestaltet.
Filme wie «Der große Bellheim» sollen zur Unterhaltung beitragen und bei der Auseinandersetzung mit der neuen Lebensphase helfen. Dabei legt der Moderator großen Wert auf einen Dialog mit und zwischen den Zuschauern. «Der Sender wird gemacht von Älteren für Ältere, soll aber auch die Jüngeren nicht ausschließen», sagt Schautzer. Brückenbauen zwischen den Generationen ist auch ein Ziel.
Über seine eigene Präsenz in «Bono TV» hält sich der Showmaster bedeckt. In erster Linie wolle er der Initiator des Senders sein, sagt er, schließt aber eine Rückkehr auf den Bildschirm nicht aus. Die Finanzierung ist laut Schautzer bereits gesichert. Medienberichten über Investitionen von jährlich 50 Millionen Euro widerspricht er nicht.
Er habe eine große Zustimmung zu seinen TV-Plänen von Zuschauern, Werbung und Wirtschaft erhalten, erläutert der Moderator. Dabei werde der Sender nicht nur aus Werbemitteln finanziert, sondern auch durch Sponsoren und eigene Erlöse. «Wir wollen ein Netzwerk mit Print-Angeboten, Internet-Auftritt und Fortbildungs-Akademien aufbauen», sagt der gebürtige Österreicher.
Seine Zielgruppe gehört zudem zu der kaufkräftigsten in Deutschland. Laut Statistischem Bundesamt konsumieren Seniorenhaushalte von allen Altersgruppen am meisten. Besonders in den Kategorien Reisen, Gesundheit sowie Wohnen liegen sie an der Spitze. (KNA)

