20. Jan 2007 20:19
Natascha Kampusch wehrt sich gegen ein unautorisiertes Buch über sie. Ihre Anwälte verklagten die britische «Times», die das Werk in Auszügen veröffentlicht hatte.
Wegen eines unautorisierten Buches haben Natascha Kampuschs Anwälte Klage gegen die britische Zeitung «Times» sowie gegen deren Online-Ausgabe eingereicht. Im November waren auf der Web-Site vorab Auszüge des Buches «Mädchen im Keller» (»Girl in the Cellar») über das Leben und die Entführung der heute 18-Jährigen veröffentlicht worden. Die Klage sei am Donnerstagabend abgeschickt worden und vermutlich am Freitag beim zuständigen Wiener Landesgericht eingegangen, sagte Kampuschs Rechtsberater Gerald Ganzger am Samstag der österreichischen Nachrichtenagentur APA.
Bereits im Dezember hatte sich Kampusch über das Buch beklagt. Es enthalte «nur Lügen», sein Inhalt sei verletzend, demütigend und gemein, sagte sie einer Illustrierten. Sie habe nie mit den Autoren Allan Hall und Michel Leidig gesprochen. Verleumderisch seien vor allem die Behauptungen über ihre Mutter. «Ich bin so betroffen, weil das Buch Lügen, gemeine Lügen als Wahrheit verkauft», sagte Natascha. Die Autoren seien Menschen, «die auf meine Kosten, und vor allem auf Kosten meiner Mutter, viel Geld verdienen wollen».Kampusch war gekidnappt worden und hatte acht Jahre lang unter ihrem Entführer gelitten, der sie in ein Verlies hinter seiner Garage gesperrt hatte. Vor wenigen Monaten hatte sie eine Gelegenheit zur Flucht genutzt. Der Entführer tötete sich danach selbst. (nz)