Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

«Clara»-Produzent «bitter enttäuscht» von Quote

17. Jan 2007 16:41
Dass deutsche TV-Serien sich mitunter als Flop erweisen, ist für Produzent Hofmann unbegreiflich. Die Quoten für seine Serie «Verrückt nach Clara» hätten ihm «einen Schlag in die Magengrube versetzt», sagte er im Gespräch mit Netzeitung.de.

Der preisgekrönte Filmregisseur und Produzent Nico Hofmann («Sturmflut», «Dresden») hat «bitter enttäuscht» auf die Zuschauerresonanz für seine Serie «Verrückt nach Clara» (ProSieben, Donnerstags 20:15 Uhr) reagiert. Die Quoten hätten ihm «einen Schlag in die Magengrube versetzt, da ich an dem Format sehr hänge, weil das Studenten von mir gemacht haben und alle Schauspieler von mir verpflichtet wurden», sagte Hofmann der Netzeitung. ProSieben pushe die Trailer stark. «Ich bin bitter enttäuscht und gespannt, wie es weiter läuft (...).»

Mehr in der Netzeitung:
Die Auftaktfolge am vergangenen Donnerstag wollten nur 1,14 Millionen Zuschauer ab drei Jahren sehen. Der Marktanteil lag bei miserablen 3,4 Prozent beim Gesamtpublikum. Nur wenig besser sah es in der werberelevanten Zielgruppe aus. 0,79 Millionen 14- bis 49-jährige Zuschauer sahen zu, der Marktanteil hier: 6,0 Prozent. Zum Vergleich: «C.S.I.» holte zur gleichen Zeit 26,5 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe, «Without a Trace» kam immerhin noch auf 6,9 Prozent.

Hofmann zeigte sich verwundert über den Erfolg der US-Serien: «Es ist für mich ein Phänomen, warum 'C.S.I.'geradezu beliebig erweiterbar ist und grundsätzlich Marktanteile jenseits der 25 Prozent holt, während wir mit unseren deutschen Programmen nicht einmal ansatzweise in Betrachtung kommen», klagte er.

Schwule Sexualität

Dass die «Clara»-Serie falsch konzipiert sein könnte, weil dort schwule Sexualität zwar gezeigt wird wie selten im deutschen Hauptabendprogramm, allerdings erst in späteren Folgen, will Hofmann nicht gelten lassen. Es sei «natürlich Konzept», dass sich das langsam entwickele. «Eine Serie mit fünf Figuren muss sich entfalten», betonte er.

Das Problem mit der Quote sei auch nicht erste Folge gewesen, sondern vielmehr, dass «niemand» eingeschaltet habe. Wenn die Serie bei 2,5 Millionen in der Zielgruppe gestartet wäre und dann eine Million verloren hätte, «dann könnte man sagen, das sei zu harmlos - wobei ich das überhaupt nicht harmlos finde». Hofmann verwies darauf, dass es zum Beispiel einen deutlich gezeigten Beischlaf von Clara mit ihrem schwulen Mitbewohner gegeben habe. Die Frage sei daher, «warum die Leute trotz der sehr starken Werbekampagne keine Lust hatten, einzuschalten».

«Hart» daran arbeiten

Einige Kollegen hätten ihm darauf hin erklärt, «schwule Themen gehen einfach nicht». Das glaube er aber nicht, so Hofmann. Er sei vielmehr der Ansicht, man müsse «hart» daran arbeiten, die derzeitige «Dominanz der amerikanischen Programme», vor allem im Hinblick auf Frauen-Rollen zu verstehen. Allerdings trügen auch die deutschen Sender eine gewisse Mitschuld am Erfolg der US-Serien: «Man muss fairerweise dazu sagen, wie lang und geduldig die US-Serien von den deutschen Sendern aufgebaut worden sind.»

Die Serie handelt von der Journalistin Clara Stern, die in Berlin lebt. Sie teilt sich die Wohnung mit dem gut aussehenden Schwulen Paul. Beide arbeiten beim gleichen Gesellschaftsmagazin – Clara schreibt eine eigene Kolumne, Paul kümmert sich um die Finanzen. Den Kollegen geben sie vor, ein Paar zu sein: Clara, damit nicht jeder ahnt, dass sie Single ist. Paul, weil niemand wissen soll, dass er homosexuell ist. Inzwischen haben sie schon einige Routine mit diesem «Schauspiel», doch eigentlich sehnt sich jeder von ihnen nach dem perfekten Mann.

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.