15. Jan 2007 14:10
Ex-Titanic-Chef Sonneborn arbeitet seit kurzem bei «Spiegel Online», obwohl, so Sonneborn, ihm Springer-Chef Mathias Döpfner fast jedes Gehalt gezahlt hätte - Döpfner selbst sieht das anders.
Dem Netzmagazin «Telepolis» verriet Sonneborn am Montag: «Wenn es mir jemals um Geld gegangen wäre, würde ich jetzt für den Axel Springer Verlag arbeiten. Dessen Vorstandvorsitzender Mathias Döpfner hat mich vor ein paar Wochen zum Kaffee eingeladen und ich hätte jede beliebige Summe auf ein Stück Papier schreiben können.» Allerdings erinnert sich Döpfner selbst an eine gänzlich andere Situation, wie Springer-Sprecherin Edda Fels der Netzeitung sagte. Die beiden hätten sich «zwar auf einen Kaffee getroffen», und Döpfer habe Sonneborn auch angeboten, für das Unternehmen zu arbeiten. «Aber Geld war dort überhaupt kein Thema. Und es wurde auch kein Papier hin und her geschoben», so Fels. «Hier gehen Wunsch und Wirklichkeit wohl doch auseinander.»Letztlich entschied sich der Satiriker dann ja auch tatsächlich gegen Springer und für «Spiegel Online». Für den Onlinedienst hätte gesprochen, dass man dort viel mehr Leute erreichen könne, auch solche, die noch völlig ungeübt seien im Umgang mit Satire.
So bleiben «Bild» und «Focus» für Sonneborn die «Lieblingsgegner», die sie schon zu seinen Titanic-Zeiten waren. Schließlich sei es durch Satire schwer zu übertreffen, wenn die «Bild-Zeitung vorne zeigt, wie der Chefredakteur Kai Diekmann dem Papst eine 'Volksbibel' übergibt, während ein paar Seiten weiter eine 'schluckgeile Oma' ihre Dienste inseriert.» (nz)