Günther Jauch sieht ARD «voller Gremlins»
13. Jan 2007 16:03
 |  Günther Jauch | Foto: dpa |
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Nach dem Scheitern seiner Verhandlungen mit der ARD hat RTL-Star Günther Jauch den Senderverbund scharf kritisiert. Er habe sich wie ein Spielball gefühlt - von allen möglichen absurden Interessen hin- und hergeschubst.
Nach dem Abbruch seiner Verhandlungen mit der ARD rechnet RTL-Star Günther Jauch ab: «Ich sollte bei der ARD unter Aufsicht gestellt werden wie in grauer Vorzeit», sagte Jauch dem «Spiegel». In den vergangenen Monaten habe er sich zunehmend umzingelt gefühlt von «Gremien voller Gremlins», «Irrlichtern», «Profilneurotikern» und «Wichtigtuern». Am Ende wäre er «nur noch hin- und hergeschubst worden als Spielball aller möglichen absurden Interessen, die ich im Zweifel nicht mal durchschaue».
Der 50-jährige Jauch, der weiter für RTL seine Shows und «Stern TV» moderieren wird, hatte am Donnerstag die Nachfolge Christiansens, die für September geplant war, abgesagt.Er habe das Gefühl gehabt, «dass man mich an möglichst kurzer Leine um die Anstalt rennen lassen wollte», kritisierte er. «Jeder drittklassige Bedenkenträger schlug ein anderes Pflöckchen in den Boden.» Dennoch habe er lange auf ein gutes Ende gehofft, weil seine direkten Gesprächspartner (NDR-Intendant Jobst Plog, WDR-Chef Fritz Pleitgen, Programmdirektor Günter Struve) «Platzhirsche» seien, «die sich zur Not auch allein auf die Lichtung wagen und ihrem Rudel zeigen, wer Herr im Haus ist. Aber das nachgedordnete Niederwild reißt mit dem Hintern ein, was die Chefs mit dem Kopf gerade aufgebaut haben», so Jauch.
«Teuerster Flirt meines Lebens»
Deshalb sei ihm am Ende «klar geworden, dass das keine normalen Geburtswehen sind, wie mir Herr Struve versprochen hatte - eher die Aussicht auf eine Fehlgeburt.» Die Verhandlungen mit der ARD sieht Jauch nun als «teuersten Flirt meines Lebens». Sein Projekt einer sonntagabendlichen Polit-Talkshow sei damit definitiv erledigt: «Das Thema ist abgehakt.»Die ARD will am 6. Februar über den Nachfolger für Talkshow-Moderatorin Sabine Christiansen entscheiden, wie der Vorsitzende des Senderverbunds, Fritz Raff, dem Berliner «Tagesspiegel» sagte. Es sei Sache der Fernsehdirektoren, Vorschläge zu unterbreiten. Am Dienstag gebe es in Frankfurt die Fernsehprogrammkonferenz des Sendeverbunds, dort sei die Nachfolge von «Sabine Christiansen» auf die Tagesordnung genommen worden.
Spekulationen im Christiansen-Nachfolge
Wie Raff sagte, gibt es im Moment «eine lange Liste von Kandidaten für die Christiansen-Nachfolge, dass ich mich frage, warum wir überhaupt außerhalb gesucht haben».Unterdessen machten Spekulationen um Namen die Runde: Neben Frank Plasberg vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) wurden Sportexperte Gerhard Delling, «Tagesthemen»-Moderatorin Anne Will, ihr Ex-Kollege Ulrich Wickert und Sandra Maischberger genannt. Die 40-jährige Talkerin wird zwar demnächst Mutter, könnte aber im Frühherbst wieder dabei sein.
Die «Bild»-Zeitung berichtet, angeblich solle Reinhold Beckmann, der die ARD-Talkshow «Beckmann» moderiert, ins Rennen geschickt werden. NDR-Sprecher Martin Gartzke sagte dem Blatt: «Zu Namen nehmen wir keine Stellung.» (nz)