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ARD hängt ZDF bei Marktanteilen ab

19. Dez 2006 17:57
ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut
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Das ZDF hat Wettbewerbsnachteile gegenüber der ARD eingeräumt. Programmdirektor Bellut begründete dies mit der besseren finanziellen Ausstattung des Ersten Programms.

Den direkten Vergleich mit der ARD wird das ZDF zum Ende des Jahres nach Marktanteilen verlieren. Im Vorjahr lagen beide Sender noch gleichauf. «Unsere Möglichkeiten sind im Gegensatz zur ARD begrenzt», begründete ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut die Entwicklung. «Die ARD verfügt über mehr Geld. Das zahlt sich bei Sportrechten wie der Fußball-Bundesliga aus.»

Zudem habe der Senderverbund «strukturelle Vorteile», erläuterte Bellut. «Unsere gemeinsamen Sendungen wie das Morgen- oder Mittagsmagazin erzielen in der ARD mehr Marktanteile.» Die ARD habe mit massenattraktiven, unterhaltenden Programmen in der Hauptabendzeit zugelegt, weil das ZDF nach 20:15 Uhr mehr journalistische Formate unterhalte, die meist aber quotenschwächer sind.

ZDF plant neue Serien

Trotz der Probleme mit Serienneuentwicklungen, unter denen alle Sender zu leiden haben, wird das ZDF auch künftig auf fiktive serielle Formate setzen. Bellut steht hinter den neuen Krimis am Freitagabend wie zum Beispiel «Stolberg», von dem weitere Folgen entwickelt werden, und «Der Kriminalist». Am Mittwochabend werde es 22 neue Episoden von Maximilian Schells «Der Fürst und das Mädchen» geben. Neu sind auch die Krimiserie «Notruf Hafenkante», «Dr. Martin» mit Axel Milberg und Linda de Mols Holland-Import «Gooische Vrouwen», der vielleicht am Abend zu sehen sein wird. «Eine Liebe am Gardasee» und «M.E.T.R.O. - Ein Team auf Leben und Tod» sind jedoch Schnee von gestern. Ob es zu einer Neuauflage des Serienklassikers «Percy Stuart» komme, werde noch geprüft.

Der Nachmittag beim ZDF wird laut Bellut künftig stärker von Dokusoaps geprägt. Dazu zählen eine Fortsetzung der «Babystation» und die Geschichte «Unsere Farm in Namibia» über deutsche Auswanderer. «Eine weitere Telenovela wird bei uns am Nachmittag nicht mehr geben», sagte der Programmdirektor. Das ZDF musste in diesem Jahr den Versuch mit «Tessa» erfolglos beenden. Eine stärkere Position bekommt der Fernsehfilm am Montag - von ihm wird das ZDF rund 35 neue Produktionen 2007 ausstrahlen können, deutlich mehr als im WM-Jahr 2006, als ein großer Teil des Budgets in die Finanzierung des Großereignisses abwanderte.

Zu den ehrgeizigen Programmprojekten des Senders gehören im nächsten Jahr unter anderem die Schwerpunkte «Die Welt in 50 Jahren» und «Armageddon - Wenn ein Meteorit die Erde trifft» - allesamt in Belluts Augen «Super-Doks», eine Mischung aus Spielszenen, Dokumentarberichten und Spezialeffekten. (nz)

 
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