01.12.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung'
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» will zum Jahreswechsel von der alten Rechtschreibweise abkehren. Zu 100 Prozent will sie die in den Schulen gebräuchlichen Regeln allerdings auch künftig nicht akzeptieren.
Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (FAZ) wird ihre Rechtschreibung vom 1. Januar kommenden Jahres an auf die neue, in den Schulen gebräuchliche Fassung umstellen. «Die Reform der Reform» habe die «gravierendsten Mängel» der ersten Veränderungen behoben, teilte der Verlag am Freitag mit. In einigen Fällen werde die Redaktion aber «weiterhin der bewährten Rechtschreibung folgen». Nach der ersten Rechtschreibreform von 1998, die von den Medien ein Jahr später übernommen wurde, war die «FAZ» 2000 wieder zu den alten Schreibweisen zurückgekehrt.
Die «FAZ» betonte am Freitag, der Rat für Rechtschreibung habe bei den neuen Regeln «viele berechtigte Einwände der Reformgegner berücksichtigt». Denn in den meisten Fällen seien «die Schreibweisen der bewährten Rechtschreibung wieder zulässig». Die weitgehende Übernahme der seit 1. August 2005 an den Schulen geltenden Regeln sei mit dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» und der «Süddeutschen Zeitung» abgestimmt. Der Verlag teilte mit, sein Entschluss diene den Lesern, der Redaktion sowie den Lehrern und Schülern. Zudem nütze er «der Einheitlichkeit der deutschen Rechtschreibung, die von den Reformen ohne Not aufs Spiel gesetzt wurde».
Die Zeitung hatte die Rückkehr zu den alten Regeln 2000 damit begründet dass bei dieser - ersten - Rechtschreibreform die Einheitlichkeit verloren gegangen sei. Gleichzeitig hatte der Verlag seinerzeit betont, es gehe nicht darum, «die Regeln der alten Rechtschreibung für alle Zeiten festzuschreiben». Die Sprache entwickele sich zwar ständig weiter, bedürfe aber auch einer zuverlässigen Grundlage.
Der Verlag Axel Springer (unter anderem «Bild», «Die Welt»), der 2004 zur alten Rechtschreibung zurückgekehrt war, übernahm in diesem Jahr die von den Kultusministern überarbeitete Rechtschreibreform. Wo Varianten zugelassen sind, bevorzugt auch der Springer Verlag alte Schreibweisen. (nz)