20. Nov 2006 13:19
Bundespräsident Köhler hat sich in ungewöhnlich scharfer Form gegen den Einsatz von Schleichwerbung im Journalismus gewandt. Er verlangte ausdrücklich die Trennung von Werbung und Redaktion.
Ein Journalismus, der bloß noch zur Garnierung von Werbebotschaften diene, habe sich selbst aufgegeben, warnte Köhler. Vertreter des Presserats, des Organs zur freiwilligen Selbstkontrolle der Printmedien, überreichten Köhler eine überarbeitete Fassung des Pressekodex. In diesem Ehrenkodex ist unter anderem der Grundsatz zur Trennung von Werbung und Redaktion schärfer gefasst als bislang. Die EU-Staaten hatten sich vergangene Woch darauf verständigt, Schleichwerbung im Fernsehen grundsätzlich zu verbieten. Ausnahmen für die Platzierung von Produkten in Filmen, TV-Serien, Sportsendungen und leichter Unterhaltung sollen demnach aber erlaubt bleiben.
Das jedenfalls sieht ein Kompromiss der finnischen EU- Ratspräsidentschaft für eine neue Europäische Fernsehrichtlinie vor, den die meisten Mitgliedstaaten in Brüssel guthießen.
Die EU-Kommission hatte ursprünglich vorgeschlagen, das so genannte Product Placement prinzipiell zuzulassen. Der Rat drehte diesen Ansatz um. Beschlossen ist die Neufassung der EU-Fernsehrichtlinie mit der Ausrichtung im Ministerrat allerdings noch nicht. Als nächstes muss das Europa-Parlament seine Haltung festlegen. (nz)