netzeitung.deSchändungsfotos für Verband unproblematisch

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Bericht über Bundeswehr-Skandal (Foto: nz<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bericht über Bundeswehr-Skandal
Foto: nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Deutsche Journalisten-Verband hat die Veröffentlichung der Skandalfotos deutscher Soldaten begrüßt. Verbandschef Konken fühlte sich bei der Betrachtung an die US-Folteraffäre im Irak erinnert. Thema: Bundeswehr- Skandal Auslandspresse: Ruf der Bundeswehr beschädigt «Bundeswehr muss Soldaten besser schulen» Nato verurteilt Totenkopf-Fotos der Bundeswehr Sechs Männer wegen Schändung im Verdacht Kabul wegen Schändung «von Ekel ergriffen»

Für den Deutschen Journalisten-Verband (DJV) sind die Pressebilder der Totenschändung durch deutsche Soldaten rechtlich und journalistisch einwandfrei. «Die Bilder sind ein Dokument der Zeitgeschichte», sagte der DJV-Vorsitzende Michael Konken am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Allerdings müsse sich die «Bild»-Zeitung, die die Fotos veröffentlichte, für ihre Echtheit verbürgen.

«Voraussetzung ist, dass 'Bild' für die Wahrheit und die Aussage der Bilder gerade steht», betonte Konken. Nachdem die Soldaten auf den Fotos unkenntlich gemacht wurden, seien die Bilder medienrechtlich unproblematisch. «Die Form der Darstellung liegt dann ganz im Ermessen der Redaktion», betonte der DJV-Vorsitzende.

Konken verglich die Bilder mit den Fotos, die vor zwei Jahren von Folterungen durch US-Soldaten im irakischen Gefängnis Abu Ghreib. Für den DJV-Vorsitzenden ist die Veröffentlichung solcher Pressebilder auch dann zulässig, wenn dadurch politische oder diplomatische Verwerfungen ausgelöst werden. Als Beispiel nannte Konken das berühmte Foto von der Erschießung eines Vietnamesen durch den Polizeipräsidenten in Saigon. Das Foto war um die Welt gegangen und hatte die Proteste gegen den Vietnam-Krieg beflügelt.

«Bild» hatte fünf Fotos veröffentlicht, die Bundeswehrsoldaten der Afghanistan-Schutztruppe Isaf auf einer Patrouillenfahrt in der Nähe von Kabul zeigen. Sie präsentieren dabei mit zum Teil obszönen Gesten einen Totenschädel. Der Fall löste bei Politikern und Kirchenvertretern einen Sturm der Entrüstung aus. (nz)