Schändungsfotos für Verband unproblematisch
26.10.2006
Herausgeber: netzeitung.de
«Voraussetzung ist, dass 'Bild' für die Wahrheit und die Aussage der Bilder gerade steht», betonte Konken. Nachdem die Soldaten auf den Fotos unkenntlich gemacht wurden, seien die Bilder medienrechtlich unproblematisch. «Die Form der Darstellung liegt dann ganz im Ermessen der Redaktion», betonte der DJV-Vorsitzende.
Konken verglich die Bilder mit den Fotos, die vor zwei Jahren von Folterungen durch US-Soldaten im irakischen Gefängnis Abu Ghreib. Für den DJV-Vorsitzenden ist die Veröffentlichung solcher Pressebilder auch dann zulässig, wenn dadurch politische oder diplomatische Verwerfungen ausgelöst werden. Als Beispiel nannte Konken das berühmte Foto von der Erschießung eines Vietnamesen durch den Polizeipräsidenten in Saigon. Das Foto war um die Welt gegangen und hatte die Proteste gegen den Vietnam-Krieg beflügelt.
«Bild» hatte fünf Fotos veröffentlicht, die Bundeswehrsoldaten der Afghanistan-Schutztruppe Isaf auf einer Patrouillenfahrt in der Nähe von Kabul zeigen. Sie präsentieren dabei mit zum Teil obszönen Gesten einen Totenschädel. Der Fall löste bei Politikern und Kirchenvertretern einen Sturm der Entrüstung aus. (nz)

