netzeitung.deSPD-Kritik an Verschiebung des Films «Wut»

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Lupe SPD-Kritik an Verschiebung des Films «Wut»

Innerhalb der SPD gibt es Widerstand gegen die Verschiebung des ARD-Films «Wut» ins Spätprogramm. Auch der Westdeutsche Rundfunk hält die Entscheidung für falsch.

Der Sprecher des Seeheimer Kreises in der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Kahrs, hat die Verschiebung des Fernsehfilms «Wut» auf den späteren Abend scharf kritisiert. «Die Verschiebung des Films ist indiskutabel», sagte Kahrs der «Bild»-Zeitung. «Wir können als Demokratie nicht dauernd irgendwelchen Radikalen nachgeben und die Werte, die wir uns jahrhundertelang erkämpft haben, einfach aufgeben.»

Die Produktion des Westdeutschen Rundfunks (WDR) erzählt die Geschichte eines jungen Türken, der einen Mitschüler und dessen Familie tyrannisiert. Weil die Intendanten der ARD darin Gewalt verherrlicht sehen, wurde der Film von Züli Aladag auf eine spätere Sendezeit verlegt. Statt an diesem Mittwoch um 20:15 Uhr, läuft «Wut» nun am Freitag um 22 Uhr. Die begleitende Diskussionssendung geht dann bis über Mitternacht hinaus.

Beim WDR wird die Entscheidung der ARD-Spitze nicht verstanden. «Ich finde es falsch, wenn man so tut, als wäre es ein Skandal, einen jungen Türken als gewalttätig zu zeigen», sagte WDR-Fernsehfilm-Chef Gebhard Henke der «Bild»-Zeitung. «Das ist nun einmal Teil der heutigen Realität.»

Kritisch äußerte sich auch Kultur-Staatsminister Bernd Neumann (CDU. Mit Blick auf die Verschiebung des Sendetermins für «Wut» und die Absetzung der Inszenierung «Idomeneo» in der Deutschen Oper Berlin sagte Neumann: «Wenn die Sorge vor möglichen Protesten schon zur Selbstzensur führt, dann gerät die demokratische Kultur in Gefahr. Probleme lassen sich nicht durch Verschweigen lösen.»