13. Sep 2006 15:16, ergänzt 15:21
Der Auftritt des Imams von Sachsen in der ARD-Talkshow «Sabine Christiansen» ist auf scharfe Kritik gestoßen. SPD-Islamexpertin Akgün sieht den Senderverbund in der Pflicht.
Dabbagh hatte sich in der Sendung am Sonntagabend zwar ausdrücklich gegen Gewalt ausgesprochen, die Kofferbomber von Dortmund und Koblenz zugleich aber verteidigt. Wer getötete muslimische Kinder im Fernsehen sehe und höre, dass der Islam «immer mit Terrorismus in Verbindung gebracht» werde, begehe «solche Taten». Akgün sagte, sie sei daher «sehr verwundert», dass der «Exot» Dabbagh schon mehrmals in die «Christiansen»-Sendung eingeladen worden sei, zumal es kompetentere Ansprechpartner für Islamthemen gebe. Akgün nannte in diesem Zusammenhang die Türkisch-Islamische Union (Ditib). Deren Sprecher Bekir Alboga war ihren Angaben zufolge zur vorletzten «Christiansen»-Sendung zunächst eingeladen, dann aber wieder ausgeladen worden, weil seine «Positionen zu gemäßigt» seien.
Die SPD-Islamexpertin ermahnte die öffentlich-rechtlichen Sender vor diesem Hintergrund, ihrer Pflicht nachzukommen, «genau zu prüfen, wen sie einladen». Es müsse darum gehen, Vorurteile gegenüber Muslimen abzubauen. Dies erreiche man nur, indem man Leuten ein Forum gebe, «die Wissen über den Islam haben, eine theologische Ausbildung nachweisen können und für Demokratie und friedliches Zusammenleben stehen».