12. Sep 2006 18:56
Michael Kölmel steigt ins Endkundengeschäft ein. Der Kinowelt-Gründer kauft den Medienversand Zweitausendeins.
Der Gründer des Filmverleihers Kinowelt, Michael Kölmel, und sein Bruder Rainer haben den Medienversand Zweitausendeins übernommen. Das Geschäft wurde über die den Brüdern gehörende Beteiligungsgesellschaften abgewickelt, teilte die MK Medien Beteiligung am Dienstag mit. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Mit der Partnerschaft wollen Kinowelt und Zweitausendeins ihre Marktposition gezielt ausbauen. «Hier finden zwei Partner zusammen, deren Profile am Markt auf eine im Kern gemeinsame, anspruchsvolle Zielgruppe zugeschnitten sind», sagte Michael Kölmel. Dies betreffe besonders das unter der Marke Arthaus vertriebene Kinowelt-Repertoire. Beide Marken sollen selbstständig bleiben.
Der Frankfurter Medienversand Zweitausendeins wurde 1969 gegründet und verkauft in zwölf eigenen Läden, über Versandkataloge und über das Internet eigene und fremde Bücher, CD, DVD und Software. Das Unternehmen erwirtschaftete 2005 einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro und hat 150 Mitarbeiter. Die Anzahl der Versandkunden liegt nach Unternehmensangaben bei etwa einer Million.Das Leipziger Medienunternehmen Kinowelt war aus der insolventen Aktiengesellschaft Kinowelt hervor gegangen. Es verbuchte im ersten Halbjahr 2006 einen Konzernumsatz von 45,7 Millionen Euro und erwartet bis Jahresende einen Anstieg auf 95 Millionen Euro. Das wäre im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 21 Prozent. Wachstumsbringer sind nach Angaben des Unternehmens der Filmverleih sowie die DVD-Sparte.
Michael Kölmel war 2004 im Zusammenhang mit der Insolvenz der Kinowelt AG wegen Untreue und Insolvenzverschleppung zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt worden. (nz)