Dabei nutzten die TV-Trittbrettfahrer offenbar eine Hintertür, um an die Bilder zu kommen: Nicht die Arena-Verschlüsselung wurde geknackt, sondern das Signal angezapft, mit dem Premiere vom Satelliten Astra aus die Kabelnetze mit Fußball versorgt – bei einigen Kabelanbietern übernimmt der Pay-TV-Sender die Vermarktung des Angebots des Konkurrenten.Dass die von Premiere eingesetzte Nagra-Verschlüsselung anfällig ist, ist seit längerem bekannt. Spezielle TV-Karten für den Computer entschlüsseln das Signal und müssen nur mit dem jeweils aktuellen Code versorgt werden, der in der Regel wenige Stunden nach einer Änderung im Netz auftaucht. Noch eleganter geht es mit so genannten Emulatoren, die der Set-Top-Boxen vorgaukeln, dass eine freigeschaltete Smartcard für den Empfang vorhanden ist.
Den Gratis-Guckern versucht Premiere das Leben dadurch schwer zu machen, dass der Code gerne in Momenten gewechselt wird, in denen viele vor dem Fernseher sitzen – etwa am ersten Bundesliga-Spieltag. Um die Schwachstellen komplett zu beseitigen müsste der Sender allerdings die Smartcards aller Abonnenten auswechseln. (nz)