netzeitung.deFeminismus-Streit: Herman verlässt ARD-aktuell

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Eva Herman (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Eva Herman
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Ab Ende August nimmt sich Eva Herman eine längere Auszeit von der «Tagesschau». Grund ist der Ärger um ihr neues Frauenbuch.

Nachrichtensprecherin Eva Herman hat überraschend angekündigt, sich für ein bis zwei Jahre von ihrer Arbeit bei der ARD-«Tagesschau» zurückzuziehen. Ab Ende August wolle die 47-Jährige verstärkt als Autorin tätig sein, teilte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) am Samstag mit.

Herman, die seit 1989 die Nachrichten der »Tagesschau« gesprochen hat, informierte am Freitag den Ersten Chefredakteur von ARD-aktuell, Kai Gniffke, in einem persönlichen Gespräch über ihre Entscheidung.

«Sie hat mir dabei über ein Buch zum Thema Emanzipation berichtet, das sie geschrieben hat und das voraussichtlich für kontroverse Diskussionen in der Öffentlichkeit sorgen wird», sagte Gniffke. «Mit Rücksicht auf die Neutralität der Tagesschau will sie deshalb ihre Arbeit hier ruhen lassen - eine Entscheidung, die großen Respekt verdient.»

Gänzlich zieht sich Herman aber nicht vom Fernsehschirm zurück. Monatlich wird sie im NDR Fernsehen mit Bettina Tietjen die Live- Talksendung «Herman & Tietjen» aus Hannover moderieren sowie die Quizshow «Wer hat's gesehen?». Der NDR ist einer von zehn Rundfunkanstalten der ARD.

Neben ihrer Fernseharbeit hat die Mutter eines Sohnes, die in vierter Ehe verheiratet ist, auch mehrere Bücher geschrieben. Dazu gehören Liebesgeschichten wie «Dann kamst du» und das Sachbuch «Vom Glück des Stillens».

Worum es in ihrem nächsten Buch unter dem Titel «Das Eva-Prinzip - Für eine neue Weiblichkeit» geht, kündigt der Schweizer Pendo-Verlag auf seiner Internet-Seite an: «Eva Herman plädiert für eine Rückkehr zur traditionellen Wahrnehmung der Geschlechter, um die Familie und damit die ganze Gesellschaft vor dem Aussterben zu bewahren.» Anliegen des Buches sei es, Frauen ihre Weiblichkeit neu entdecken zu lassen.

Die «Bild»-Zeitung berichtete, Frauenverbände hätten bei der «Tagesschau»-Redaktion die Absetzung von Herman gefordert. Auslöser für die Kontroverse war demnach ein Beitrag im Magazin «Cicero», in dem Herman die Emanzipation als Irrtum bezeichnet hatte. (nz)