netzeitung.deJournalisten gegen Jungs «Geheimniskrämerei»

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Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) vor Bundeswehrsoldaten (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) vor Bundeswehrsoldaten
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Der Deutsche Journalisten-Verband hat die Besuchssperre beim Afghanistan-Kontingent der Bundeswehr kritisiert. Journalisten müssten die Möglichkeit haben, sich selbst ein Bild zu machen und authentisch zu berichten.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat die Entscheidung des Verteidigungsministerium kritisiert, Besuche beim Bundeswehr-Kontingent in Afghanistan zunächst grundsätzlich zu untersagen. Der Erlass des zuständigen Ministers Franz Josef Jung (CDU) führe dazu, dass sich Journalisten nicht selbst ein Bild machen und authentisch berichten können, sagte der DJV- Vorsitzender Michael Konken am Donnerstag in Berlin.

Das Ministerium müsse «den Eindruck der Geheimniskrämerei» vermeiden, warnte er. «Die deutsche Öffentlichkeit hat ein Anrecht auf unabhängige Informationen über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr», sagte Konken.

Das Verteidigungsministerium hatte am Montag mitgeteilt, wegen der gefährlichen Lage in Afghanistan Besuche bei den dort stationierten deutschen Soldaten zunächst grundsätzlich zu untersagen. Die Situation sei weder ruhig noch stabil, die Truppe müsse sich ganz auf ihre Aufgaben konzentrieren, sagte Ministeriumssprecher Thomas Raabe am Montag in Berlin. Konken sagte, die Bundeswehr habe auch bisher für keinen Journalisten eine Sicherheitsgarantie übernommen. Das Besuchsverbot betrifft in erster Linie Politiker und Journalisten.

Wie das Verteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur epd mitteilte, gilt die Besuchersperre nur für August und September und auch nur für den Einsatz in Afghanistan. In dieser Zeit könnten lediglich der Verteidigungsminister oder sein Staatssekretär sowie Inspekteure der Bundeswehr in das Land reisen.

Die Bundeswehr ändere ihre Informationspolitik gegenüber Journalisten grundsätzlich nicht, betonte der Sprecher. Dies zeige sich auch daran, dass die Sperre auf nur zwei Monate begrenzt sei. Den Soldaten vor Ort solle in dieser Zeit die Gelegenheit gegeben werden, sich auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren. Bei Besuchen von Journalisten oder Politikern müssten ansonsten Soldaten etwa für Transporte vom und zum Flughafen abgestellt werden. (nz)