netzeitung.deBlogger entlarven Manipulation an Nahost-Foto

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Mit Photoshop verändertes Bild eines Angriffs im Libanon (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Mit Photoshop verändertes Bild eines Angriffs im Libanon
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur Reuters hat Bilder von israelischen Attacken im Libanon manipuliert. Auf einem Bild stieg etwas mehr Rauch von angegriffenen Gebäuden auf als tatsächlich zu sehen war.

Die Nachrichtenagentur Reuters hat am Montag 920 Fotos eines freiberuflichen libanesischen Fotografen aus seiner Datenbank entfernt. Nachdem in diversen Internet-Blogs behauptet worden war, dass ein Reuters-Bild des Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz manipuliert worden sei, prüfte die Agentur die Aufnahmen. Dem Mitarbeiter wurde gesagt, dass er nicht mehr für Reuters arbeiten könne, berichtete der Fernsehsender CNN am Dienstag auf seiner Internetseite.

Reuters-Bildredakteur Tom Szlukovenyi bezeichnete die Entfernung aller Bilder des Fotografen namens Adnan Hajj als Vorsichtsmaßnahme. Durch die Tatsache, dass zwei seiner Aufnahmen manipuliert worden seien, sei keine Vertrauensbasis mehr für eine Verwendung seiner Bilder vorhanden. «Es gibt für unsere Fotografen keinen schwerwiegenderen Verstoß gegen Reuters-Standards als die vorsätzliche Manipulation eines Bildes», sagte Szlukovenyi.

«Reuters hat null Toleranz für irgendeine Fälschung von Bildern und erinnert seine Fotografen, ob freie oder fest angestellte, regelmäßig an diese strikte, unveränderliche Haltung.» Das Unternehmen benachrichtigte seine Fotokunden über den Vorfall in einer Mitteilung. Reuters entschuldigte sich darin für den Fall.

Mehr abgeworfene Bomben
Die Agentur hatte festgestellt, dass eines seiner Fotos von den Folgen eines israelischen Luftangriffs auf das Umland von Beirut mit dem Programm Photoshop manipuliert worden war. Auf dem Bild Hajjs stieg mehr und dunklerer Rauch von Gebäuden auf als tatsächlich der Fall war.

Am Montag stellte sich heraus, dass auch bei einem auf den 2. August datierten Foto eines israelischen F-16-Kampfjets über Nabatiyeh im Südlibanon die Anzahl der abgeworfenen Bomben erhöht worden sei. Die bedeute jedoch nicht, dass jedes der 920 Fotos des Fotografen für Reuters manipuliert worden sei, betonte das Unternehmen.

Angeblich nur Staubflecken beseitigt
Reuters will die Qualitätskontrolle für Fotos des Nahost-Konflikts nun verbessern. Nur alteingesessenes Personal werde in Zukunft Bilder der Auseinandersetzungen am Global Pictures Desk der Nachrichtenagentur bearbeiten. Der verantwortliche Redakteur prüfe jedes Bild abschließend.

Hajj arbeitete als freiberuflicher Fotograf von 1993 bis 2003 für Reuters und seit April 2005 erneut. Er fotografierte hauptsächlich im Bereich Sport, häufig außerhalb des Libanon. Hajj war am Montag nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Er argumentierte gegenüber Reuters, dass Bild eines israelischen Luftangriffs habe Staubflecken gehabt, die er habe beseitigen wollen, teilte die Agentur mit.

Zweifel an der Echtheit des Bildes kamen auf, nachdem es am Samstag auf einer Nachrichtenseite im Internet erschienen war. In verschiedenen Blogs wurde daraufhin behauptet, das Foto sei verändert worden.(nz)