Contergan-Film von Gericht gestoppt
28.07.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Schulte-Hillens Frau hatte selbst in der Schwangerschaft Contergan eingenommen und ein missgebildetes Kind geboren. An diese Geschichte ist der Film angelehnt.
Beide Kläger sahen durch den Film von Regisseur Adolf Winkelmann die historischen Tatsachen verdreht und kritisierten zahlreiche Passagen des Drehbuchs. Das Persönlichkeitsrecht der Antragsteller habe sich gegenüber der Kunstfreiheit durchgesetzt, beschied das Gericht: «Eine ausreichende Verfremdung der aus der Wirklichkeit entlehnten Vorgänge lässt sich nicht feststellen.»
Grünenthal hatte Ende der 50er Jahre Contergan in den Handel gebracht. Es sollte unter anderem Schwangeren helfen, die morgendliche Übelkeit zu lindern. Erst 1960 wurde bekannt, dass der Wirkstoff Thalidomid in dem Mittel beim Embryo zu Fehlbildungen an Organen und Gliedmaßen führt. Rund 5000 Kinder waren betroffen. Grünenthal brachte gut 50 Millionen Euro Entschädigung in einen Fonds für die Opfer ein. (nz)

