28.07.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Duden
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Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» erscheint vorerst weiter in alter Rechtschreibung. Eine interne Arbeitsgruppe prüft, ob die Regeln des neuen Dudens übernommen werden.
Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (FAZ) wird auch nach dem 1. August weiter in der alten Rechtschreibung erscheinen. In den nächsten Monaten werde sich definitiv nichts an den Schreibweisen in der FAZ ändern, teilte die Tageszeitung mit.
Dagegen erscheinen die Medienerzeugnisse der bisherigen Reformgegner Axel-Springer-Verlag und Spiegel-Verlag künftig in den Schreibweisen der modifizierten Reform.
Ab 1. August sind die von der Kultusministerkonferenz (KMK) auf Vorschlag des Rats für deutsche Rechtschreibung beschlossenen Änderungen an der Rechtschreibreform verbindlich für Schulen und Behörden. In den Bereichen Getrennt- und Zusammenschreibung, Groß- und Kleinschreibung sowie Zeichensetzung und Worttrennung am Zeilenende wurden die strittigsten Punkte der Reform nach jahrelangem Streit zurückgenommen.
Die FAZ war im August 2000 - ein Jahr nach Inkrafttreten der Reform bei den Medien - als erste große Zeitung wieder zu den alten Schreibweisen zurückgekehrt. Im August 2004 hatten die Axel Springer AG und der Spiegel-Verlag angekündigt, ebenfalls zur alten Rechtschreibung zurückzukehren. Auch die «Süddeutsche Zeitung» hatte daraufhin eine solche Rückkehr angekündigt, aber nicht umgesetzt.
«Verfall kultureller Werte» Man werde einige Monate abwarten und die unterschiedlichen Wörterbücher vergleichen, bevor eine Entscheidung gefasst werde, sagte ein FAZ-Sprecher der Nachrichtenagentur AP. Im «Stern» wird Herausgeber Günther Nonnenmacher zitiert, dass man sich auf die Worte des Ratsvorsitzenden Hans Zehetmair verlassen habe, wonach die alte Rechtschreibung zum großen Teil gerettet werden könne. Doch ein Blick in den neuen Duden sei enttäuschend, da dort systematisch die reformierten Schreibweisen bevorzugt würden und erwartete Korrekturen ausgeblieben seien.
Nach Nonnenmachers Angaben soll eine interne Arbeitsgruppe das weitere Vorgehen beraten. Erst danach werde sich zeigen, ob «wir resignierend den Verfall kultureller Werte hinnehmen oder einen letzten heroischen Widerstandsakt leisten», wird Nonnenmacher zitiert.
«Klammheimlich korrigiert»Der Axel-Springer-Verlag hatte bereits vor Monaten angekündigt, dass er die modifizierte Reform übernehmen werde: Am 2. März hatte die KMK die Empfehlungen des Rats angenommen, am 7. März hatte der Verlag mitgeteilt, dass er wieder von der alten Rechtschreibung auf die neuen Schreibweisen umstellen werde. Spätestens bis zum 1. August sollten die Schreibweisen in den Zeitungen und Zeitschriften sowie den Online-Angeboten des Unternehmens geändert werden. In dem Verlag erscheinen neben der «Bild»-Zeitung unter anderem «Die Welt» und «Hörzu».
Der «Spiegel» hatte Anfang März in seiner Hausmitteilung erklärt, die Rechtschreibreform sei mit dem KMK-Beschluss «weitgehend zurückgenommen» worden. Der Verlag sei «bei den unsinnigen, auch vom Duden klammheimlich korrigierten Neuerungen bereits zur alten Schreibweise zurückgekehrt». Anfang des Jahres habe man zudem die vom Rat vorgeschlagenen Verbesserungen übernommen. Nachdem der Rat nun alle Korrekturen vorgelegt habe, würden diese ab sofort im «Spiegel» verwendet. «Die neue, weitgehend alte Rechtschreibung soll nun vom 1. August an gelten», hieß es in der Erklärung. (nz)