SPD-Chef Beck geht gegen «Titanic» vor
04.07.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Die SPD hat rechtliche Schritte gegen die «Titanic» eingeleitet. Hintergrund ist das aktuelle Titelbild des Satiremagazins. Es zeigt «Problembär» Kurt Beck mit der Schlagzeile «Knallt die Bestie ab!»
Die SPD erwartet, dass gegen das Satiremagazin «Titanic» eine Geldstrafe verhängt wird. Grund sei die «Massivität der Persönlichkeitsverletzung» des Vorsitzenden der Sozialdemokraten, Kurt Beck, sagte Parteisprecher Lars Kühn der Netzeitung.
Beck hat demnach wegen der Gestaltung der Juli-Ausgabe «rechtliche Schritte» gegen das Magazin eingeleitet. Laut Kühn ist bereits am Freitag eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg ergangen, wonach der «Titanic» untersagt wurde, «Herrn Beck mit der Aussage darzustellen: 'Knallt die Bestie ab!'».
«Ordnungsgeld fällig»Das Heft kam am Freitag in den Verkauf. Davor hatten es die Abonnenten schon erhalten. Am Abend sei die Aufforderung zur Abgabe einer Unterlassungserklärung von Becks Anwälten der Redaktion zugestellt worden, sagte Parteisprecher Kühn. Doch der Verlag habe nicht reagiert. Das besagte Bild sei weiterhin im Internet sichtbar. Deshalb sei jetzt ein «Ordnungsgeld fällig», so Kühn. Gemäß der Unterlassungserklärung könne eine Geldstrafe von bis zu 250.000 Euro verhängt werden.
Die «Titanic» reagierte mit einem Vermerk auf der Webseite: «Das Heft darf wegen einer einstweiligen Verfügung der Anwälte Kurt Becks gegen den Titanic-Verlag nicht vertrieben werden.» Deshalb sei die Juli-Ausgabe «leider nicht lieferbar».